Ausgleich für den Flächenverbrauch muss geschaffen werden

Kreisstraße nach Philippinenburg wird zur Allee

+
Allee mit 36 Linden: Die Mitarbeiter eines Gartenbauers aus dem Vogelsberg, Krzysztof Swacha, Siegmund Wojcieck und Serghie Claudiu (von links) pflanzten die Bäume zwischen Wolfhagen und Philippinendorf.

Wolfhagen.Wenn Straßen verbreitert werden, muss andernorts ein Ausgleich für den Flächenverbrauch geschaffen werden - so wie zwischen Wolfhagen und Philippinenburg.

Drei Kreisstraßen im Landkreis Kassel werden derzeit zu Alleen umgestaltet. Eine davon ist die Kreisstraße 102 zwischen Wolfhagen und Philippinenburg, an der am Dienstag 36 Linden gepflanzt wurden. Die größte Allee ist an der Kreisstraße 6 zwischen Kaufungen und Nieste entstanden. Dort reihen sich 114 junge Eichen im Abstand von sechs bis acht Metern aneinander.

Auch an der Kreisstraße 38 zwischen Espenau-Hohenkirchen und Fuldatal-Rothwesten werden Bäume gepflanzt. Knapp 78 000 Euro gibt der Landkreis für die Bepflanzung und Pflege der Bäume aus. Die Linden-Allee bei Philippinenburg wurde gestern von einem Gartenbauer aus dem Vogelsberg angelegt. Die Bäume sind rund zehn Jahre alt und stammen aus Mittelhessen.

Auch Laichgewässer möglich 

Stefan Nebenführ vom Fachdienst Verkehr und Sport des Landkreises.

Hintergrund der Anpflanzungen sind Arbeiten an den Straßen. Sie erfordern eine Entschädigung der Natur, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Im Fachjargon „naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme“ genannt, soll der Natur damit Natur zurückgegeben werden. „Wir hätten hier auch ein Laichgewässer für Amphibien anlegen können“, erläutert Stefan Nebenführ vom Fachdienst Verkehr und Sport des Landkreises.

Die Kreisstraße 6 war bereits im Jahr 2012 verbreitert worden. Dass es bis heute gedauert hat, bis Bäume gepflanzt werden konnten, habe organisatorische Gründe. So habe der Kreis vor der Bepflanzung einen meterbreiten Grünstreifen entlang der ausgebauten Straße erwerben müssen. Da sich aber hier die Grundstücke verschiedener Besitzer, darunter Landwirte, aneinanderreihen, sei das ein langwieriger Prozess.

„Landwirtschaftliche Flächen werden knapper, da müssen wir Kompromisse eingehen“, so Nebenführ. Mit etwa 40 Personen habe in diesem Fall verhandelt werden müssen.

Nicht immer seien die Interessen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen, sagt Nebenführ. Gerald Gluth, Teamleiter Landespflege von Hessen Mobil, merkt an, dass die Bäume in etwa 50 Jahren eine gewisse Größe erreicht hätten und Schatten auf Teilstücke der Felder werfen. Auch würden die Bäume dem Boden Nährstoffe entziehen.

Bei diesen Auswirkungen auf die bewirtschafteten Felder würden die Landwirte abwägen, ob sie einen Teil ihres Grundstücks an den Kreis verkaufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.