FDP kritisiert Durchfahrverbot rund um den Bahnhof in Zierenberg

Streit um Beschilderung am alten Bahnhof Zierenberg: Hier der betroffene Bereich rund um das Gebäude, das im Mai 2013 an Volker Gers verkauft wurde. Foto: Hoffmann

Zierenberg. Da war sie plötzlich für den normalen Durchgangsverkehr gesperrt, die Zierenberger Straße „An der Bahn". Ab der Dörnbergstraße und ab der Raiffeisenstraße soll die Durchfahrt nur noch Anliegern und Radfahrern gestattet sein, so sagt es die Beschilderung, die in Zierenberg derzeit die Gemüter erhitzt.

Für Helmut von Zech von der FDP ist die neue Verkehrsregelung „eine Posse der besonderen Art“, die nicht akzeptabel sei. „Das Gewerbegebiet an der Raiffeisenstraße, das Wohngebiet an der Helfensteiner Straße und der Park and Ride Parkplatz sind legal nur noch einseitig von der Kasseler Straße aus erreichbar“, heißt es in einer Presseinformation, in der von Zech den Erwerb des Bahnhofsgebäudes samt Vorplatz durch einen Anwohner als Grund für die neue Regelung nennt. „Uns ist völlig unverständlich, wieso die Stadt Zierenberg hier nicht von ihrem gesetzlichen Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht hat“, so von Zech.

Gebäude im privaten Besitz

„Die FDP stellt hier leider völlig sachfremde Erwägungen an“, kontert Bürgermeister Stefan Denn. „Tatsache ist, dass sich das Bahnhofsgebäude und die Flächen davor bereits seit acht Jahren in Privateigentum befinden.“ Die Straße habe sich in dieser Zeit zu einer Rennstrecke entwickelt, und das sei keinesfalls im städtischen Interesse.

Das bestätigt auch Volker Gers, der seit Mai 2013 Eigentümer des Bahnhofsgebäudes ist und schon seit mehreren Jahren im Haus gegenüber lebt. „Geschwindigkeitsmessungenen haben gezeigt, dass Autofahrer mit bis zu 90 Stundenkilometer hier vorbeigerast sind“, so Gers, der zudem Wert darauf legt, dass es sich bei der Fläche zwischen Bahnhof und seinem Wohnhaus nicht um eine Straße handelt. „Die Straße hört am Bahnhof auf, dann kommt eine geteerte Fläche, die nie die Funktion hatte, eine Straße zu werden.“ Wer den Bahnhof besuchen wolle, dürfe aber weiterhin durchfahren.

Für Bahnkunden ändert sich somit nichts, was bleibt, sind verärgerte Geschäftsleute im angrenzenden Gewerbegebiet, die ihre Anlieferung durch große Lkw in Gefahr sehen. „Gewerbefreundlichkeit stelle ich mir ein wenig anders vor“, sagt Sonja Beyer vom Malerbetrieb Beyer, die moniert, wie anderer ihrer Kollegen bis heute nicht offiziell über die neue Regelung informiert worden zu sein.

Während Bahnhofseigentümer Gers den Lkw-Verkehr vor seiner Haustür nicht mehr sehen will, plant Bürgermeister Denn, die Anlieferung und den Verkehr zum und vom Gewerbegebiet über die Straße „An der Bahn“ auch weiterhin zu ermöglichen. „Die derzeitige Beschilderung passt dazu noch nicht hundertprozentig und muss noch einmal geändert werden.“

Bleibt abzuwarten, ob Gers und Stadt Zierenberg auch hier eine entsprechende Lösung finden werden.

Hintergrund:

Im Mai 2013 hat Volker Gers das Bahnhofsgebäude von einer Luxemburger Firma gekauft. Sein Bestreben ist es, gemeinsam mit der Stadt Zierenberg und Hessenmobil das alte Gebäude wieder zu öffnen, unter Umständen Toiletten und Wartesaal wieder instand zu setzen.

Die Unterbringung des Zierenberger Jugendtreffs, der im Bürgerhaus der Erweiterung des Kindergartens weichen musste, ist für Gers im alten Bahnhof ebenso denkbar wie Praxisräume oder eine Hausaufgabenhilfe. (zhf)

Von Sascha Hoffmann

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