Verein registriert 3000 Objekte im Klostermuseum Merxhausen

Kuriose Wortungetüme: Bei ihren Recherchen stoßen die Mitglieder des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal auf interessante Bezeichnungen. Vorsitzender Hartwin Neumann hält ein Absauggerät zur Bronchialtoilette in den Händen. Es stammt aus der Zeit, in der auch Lungenpatienten in Merxhausen behandelt wurden. Fotos: Thon

Merxhausen. Die Mitglieder des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal registrieren derzeit um die 3000 Exponate der Sammlung im Klostermuseum Merxhausen.

Seit Ende August sind sie damit beschäftigt, sämtliche Objekte der Sammlung zu registrieren. Um die 3000 Exponate dürften es sein, die archiviert werden, schätzt Vereinsvorsitzender Hartwin Neumann. 185 Objekte wurden bis jetzt erfasst.

Pro Ausstellungsstück investieren die Mitglieder des Vereins etwa eine Stunde Zeit. Begonnen haben sie mit den medizinischen Geräten. Ein Großteil der etwa 1000 Objekte dürfte um die 80 Jahre alt sein und aus jener Zeit stammen, in der das Kloster Merxhausen als Hospital und etwas später als Kriegslazarett genutzt worden war. Dass der Verein heute überhaupt auf diese Stücke zurückgreifen könne, sei ein Glücksfall, sagt Neumann. Vor 15 Jahren sollen die medizinischen Apparaturen und Objekte nach Aufräumarbeiten weggeschmissen werden. „Da sind wir auf den Müllcontainer und haben sie von dort wieder runtergeholt.“

Registratur: Für jedes Objekt im Klostermuseum Merxhausen wurde eine Karteikarte angelegt, so auch für diese Zungenfasszange. Zusammen mit einem Foto und einer Beschreibung ist das Ausstellungsstück nun erfasst.

Dem aufwendigen Registrierungsprojekt vorausgegangen war ein Seminar mit den Historikern Kirsten Hauer und Friedhelm Krause aus Marburg. Der Hessische Museumsverband hatte die Experten dem Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal zur Seite gestellt. Zehn Vereinsmitglieder lernten in gutzwei Monaten, wie Objekte fachgerecht archiviert werden. Dabei orientieren sie sich an einer hessenweit verbindlichen Systematik. Für jedes Exponat müsse eine Karteikarte angelegt werden, sagt Neumann. Jeder Artikel werde vermessen, beschrieben, gekennzeichnet und fotografiert. Die Informationen würden auf der Karteikarte hinterlegt. „Bei der Recherche nutzen wir Warenhauskataloge, Chirurgiekataloge und alte Lexika“, erläutert Neumann. Wenn die medizinische Sammlung erfasst sei, wollen sich die Mitarbeiter an das Inventar machen, das aus Objekten besteht, die Einwohner gespendet haben.

Die fachgerechte Registrierung steht in Zusammenhang mit der großen Dauerausstellung „800 Jahre Frauenbilder“, an der der Kultur- und Geschichtsverein arbeitet und die im Klostermuseum eingerichtet werden soll. Die Arbeit sei die Voraussetzung dafür, dass der Verein in den Genuss von Fördermitteln vom Hessischen Museumsverband komme. Vereinbart sei, dass 30 Prozent der Objekte im Museum erfasst und registriert sein sollen.

Mithilfe gefragt: Wer dem Museum bei der Registrierung helfen möchte, kann sich an dessen Leiter wenden: Ernst Rogge, 05624/922291.

Hintergrund 

„800 Jahre Frauenbilder“ - so heißt die Ausstellung, mit der das Klostermuseum Merxhausen Neuland betreten und ein Projekt mit Alleinstellungsmerkmal stemmen will. Der Hessische Museumsverband hat für 17 000 Euro ein Konzept erstellt, das vom Land Hessen gefördert wurde, sagt Vereinsvorsitzender Hartwin Neumann. Der Verein steuert dafür 6000 Euro bei. Im nächsten Jahr will Krankenhausträger Vitos das Gebäude sanieren, in dem die Ausstellung untergebracht werden soll.

Weitere Infos zum Kloster finden Sie unter www.geschichtsverein-bademstal.de/

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