Neue Corona-Regel sorgt aber für Mehraufwand im Handel

Kunden im Wolfhager Land trotz 2G entspannt

Nikolaus als Kontrolleur: Dorde Gavranic hat am Montag bei Spielwaren Pelz in Wolfhagen charmant den Impfstatus der Kunden überprüft.
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Nikolaus als Kontrolleur: Dorde Gavranic hat am Montag bei Spielwaren Pelz in Wolfhagen charmant den Impfstatus der Kunden überprüft.

Einzelhändler und Kunden aus dem Wolfhager Land zeigten sich Montag durchweg entspannt, was die Umsetzung der neuen 2G-Regelung betrifft.

Wolfhager Land –Ungeimpfte dürfen danach Läden nicht mehr betreten, die keine Waren des täglichen Bedarfs anbieten. Dass die Neuregelung ausgerechnet am Nikolaustag in Kraft trat, sorgte in der vergangenen Woche für einige Anrufe beim Ordnungsamt der Stadt Wolfhagen.

Wolfhager Land – „Die Einzelhändler wollten wissen, wie sie mit Kindern umgehen sollen, die von Haus zu Haus gehen und sich Süßigkeiten abholen“, berichtet Waltraud Heldt. Kinder unter sechs Jahren dürften die Läden seit Montag ohne Nachweis betreten, für die Älteren bis 18 Jahre sei der Schülerausweis ausreichend. Heldt empfiehlt den Geschäftsleuten, sich die App herunterzuladen, mit der der QR-Code für die Impfung überprüft werden kann. Dies vereinfache die Kontrolle.

Die Reaktionen der Kunden seien positiv, sagt Orhan Kalkan, Vorsitzender der Servicegemeinschaft. Wolfhagen. Er glaube, dass die Impfquote hier auf dem Land eher hoch sei und daher Konflikte mit Ungeimpften wohl eher die Ausnahme blieben. Natürlich sei die Kontrolle für die Einzelhändler ein zusätzlicher Aufwand.

Und nicht nur das: „Es ist mir schon etwas unangenehm, die Kunden nach ihrem Impfstatus zu fragen“, so eine Modeberaterin von Trendstyle in Wolfhagen. Das fühle sich an, wie in die Privatsphäre der Kundschaft einzudringen. Die hätten es ihr aber bisher leicht gemacht. „Die Kunden haben heute alle ungefragt ihr Handy vorgezeigt.“

Der zusätzliche Zeitaufwand für die Kontrolle der Impfnachweise sei schon enorm, so Ernst Pötter von Spielwaren Pelz. Zumal zum Geschäft auch die Fahrradwerkstatt gehöre, in der die 2G nicht gelte, da sie zum täglichen Bedarf zähle. Seine Kunden zeigten großes Verständnis für die Kontrollen. Niemand ohne Impfung habe bisher den Laden betreten. Auch Ernst Pötter hat den Eindruck, dass ein Großteil seiner Kunden aus dem Wolfhager Land bereits geimpft sind. Etwas verunsichert zeigten sich am Montag die Kunden von Schreibwaren Schmidt in Bad Emstal. „Einige haben gefragt, ob sie reindürfen“, berichtet Geschäftsinhaber Carsten Schmidt. Er habe unter anderem die Postfiliale in seinen Geschäftsräumen und falle deshalb nicht unter die 2G-Regel. Er achte jedoch sehr auf Maskenpflicht, Abstände und begrenze die Kundenzahl in seinen Räumlichkeiten.

„Endlich hat das Regelchaos mal ein Ende“, so Orhan Kalkan, Vorsitzender der Servicegemeinschaft Wolfhagen und Betreiber des Sportstudios Phönix. Er begrüße die jetzt gültige 2G-Regel und habe sie bereits in der vergangenen Woche eingeführt. Jetzt könne er seinen Kunden noch mehr Sicherheit bieten. Die Reaktionen wären durchweg positiv.

Die Umsetzung der 2G-Regel ist für Lukas Frankfurth, dem Betreiber der Emstaler Höhe in Sand, derzeit das geringste Problem. Er spüre jetzt im November eine deutliche Zurückhaltung bei der Hotelbelegung und im Restaurant. Dies sei frustrierend, da er die Räume mit allerlei Technik gegen Viren ausgestattet habe. Um seinen Kunden die Angst zu nehmen, wolle er an den Weihnachtstagen und Silvester sogar 2G plus anbieten. Um seine in der Coronazeit sehr engagierten Mitarbeiter zu motivieren, erhalte jeder jetzt 650 Euro Coronahilfe.

Die 2G-Regel gilt seit dem vergangenen Sonntag für den Einzelhandel. Das heißt, Kunden müssen entweder geimpft oder genesen sein, Ungeimpfte haben keinen Zutritt mehr. Die Zugangsbeschränkungen gelten allerdings nicht für Grundversorger wie Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Sanitätshäuser, Optiker, Hörakustiker, Blumenläden, Buchhandlungen, Banken und Tankstellen. Gewerbetreibende kontrollieren den Impfstatus zum Teil mit einer App auf dem Handy. (Bea Ricken)

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