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Kunst unterm alten Scheunendach in Istha

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Von: Hanna Maiterth

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Die Vorbereitungen für die Ausstellung in einer Scheune in Istha laufen: Die beiden Kasseler Künstler Richard Kuhnen und Hanns-Jörg Schwardmann zeigen dort ihre Werke.
Die Vorbereitungen für die Ausstellung in einer Scheune in Istha laufen: Die beiden Kasseler Künstler Richard Kuhnen und Hanns-Jörg Schwardmann zeigen dort ihre Werke. © Hanna Maiterth

Zwei Kasseler stellen ab Freitag Skulpturen und Gemälde aus.

Istha – Unter dem Titel „Neue Leben“ findet in Wolfhagen-Istha ab Freitag eine Ausstellung mit Bildern und Skulpturen statt. Die beiden Kasseler Künstler Richard Kuhnen und Hanns-Jörg Schwardmann stellen in einer Scheuen ihre Werke aus. „Neues Leben ist nicht nur das erklärte Motto, sondern auch unser beider Motto“, sagt Kuhnen. „Die Idee zu der Ausstellung kam von Richard“, erzählt Schwardmann. Geplant war sie schon für 2020. Nun wird sie endlich nachgeholt.

Das Motto passe deshalb so gut, weil beide Männer ihre Erfahrungen mit Veränderungen gemacht hätten. Bei dem 70-jährigen Kuhnen begann vor 15 Jahren ein neuer Lebensabschnitt, als er der Liebe wegen aus dem Rheinland nach Kassel zog und sich immer mehr der Kunst widmete. Indes wandelte sich das Leben des 66-jährigen Schwardmann mit dem Tod seiner Frau von Grund auf. Das war vor zwei Jahren.

Während Schwardmann mit Zeichnungen, Skizzen und Bildern seine Erlebnisse verarbeitet, entlockt Kuhnen Holz und Steinen eine neue Form. Er gibt ihnen ein neues Leben, schafft aus ihnen Skulpturen. Jahrzehnte sei das Holz zuerst gewachsen und dann für den Hausbau genutzt werden. „Normalerweise wird es dann weggeworfen.“ Für den 70-Jährigen, der als ärztlicher Psychotherapeut in Kaufungen praktiziert, ist es eine Möglichkeit, Dinge zu verarbeiten und mit den Händen etwas zu schaffen. „Den störenden Teil entferne ich. Übrig bleibt der gesunde, gute Kern.“ 2007 fing Kuhnen an. Inspiriert von seiner Frau, die ihm kleine Glasherzen in die Tasche steckte. Seitdem folgten Kurse an der Volkshochschule und auch an der Sommerakademie von Karin Bohrmann-Roth und Georg Roth in Grebenstein. Für Richard Kuhnen ist es die erste Ausstellung. Anders sieht es bei Schwardmann aus. „Meine Schwester, sie ist fünf Jahre älter, gab mir zur Beschäftigung Stift und Zettel, da konnte ich noch nicht laufen“, erzählt er lachend. Je nach Lebenslage hatte die Kunst mal mehr, mal weniger Platz. In einer Zeit der Arbeitslosigkeit schaffte der Architekt es, innerhalb von zwei Jahren acht Ausstellungen zu organisieren. „Vor etwa sechs Jahren habe ich dann wieder richtig angefangen. Jetzt möchte ich wieder mehr daraus machen.“ In diesem Jahr ist es seine dritte Ausstellung, im Oktober folgt eine vierte.

Doch nun steht erst mal die Ausstellung „Neues Leben“ an. „Es ist kein steriler Museumsraum“, sagt Kuhnen. Der hätte auch gar nicht zu den Ausstellungsstücken gepasst, so die Künstler. Stattdessen finden die Bilder und Skulpturen Platz in der alten Scheune von Dirk und Rita

Besserer in Istha. „Wir belassen den Raum, wie er ist und greifen, auf, was da ist.“

Für die Vernissage am Freitag, die um 18 Uhr beginnt, haben sich die beiden Künstler eine Besonderheit überlegt. Sie wollen weg von den klassischen Eröffnungen. Stattdessen sollen nun die Besucher eingebunden werden. Es wird eine Einführung mit einer Talkrunde geben, erklären sie. Der Grebensteiner Künstler Georg Roth wird dabei die Einführung übernehmen, Hausherrin Rita Besserer führt als Moderatorin durch den Abend, während Kuhnen und Schwardmann den Besuchern Rede und Antwort stehen. Die musikalische Untermalung wird Christiane Winning übernehmen. „Dass wir Georg Roth dafür gewinnen konnten, ist eine große Ehre und ein Ritterschlag.“

Service: Die Vernissage beginnt am Freitag, 9. September 2022, um 18 Uhr in der Scheune der Familie Besserer, Winkelweg 5, in Wolfhagen-Istha. Am Wochenende, 10./11. September, ist von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Finissage findet Sonntag, 25. September, von 15 bis 18 Uhr statt. (Hanna Maiterth)

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