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Kurzweil mit Hüpfburg und Kirchenführung in Balhorn

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Von: Ursula Neubauer

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Tag des offenen Denkmals: Es gab eine Kirchenführung mit Klaus Otto (von rechts) und Klaus Reitze.
Tag des offenen Denkmals: Es gab eine Kirchenführung mit Klaus Otto (von rechts) und Klaus Reitze. © Neubauer, Ursula

Balhorn feierte Dorftag mit Gottesdienst – Aktionen zum Tag des offenen Denkmals.

Balhorn – Dank des regen Vereinslebens und des Einsatzes der Dorfbevölkerung fanden jetzt gleich zwei Events in Balhorn statt. Der Balhorner Kulturverein 2000 organisierte den Dorftag, und der Förderverein zur Erhaltung der evangelischen Kirche in Balhorn öffnete die Kirchentore für eine Führung und Kirchturmbesteigung im Rahmen des Tages des offenen Denkmals.

Nach dem ökumenischen Gottesdienst am Vormittag pilgerten viele Dorfbewohner zum Dorfplatz, wo sie Geselligkeit mit Spiel, Spaß und Musik finden konnten. Erstes Highlight waren die Tanzvorführungen der „Tanzkids“. 35 Kinder im Alter von vier bis acht Jahren zeigten ihr tänzerisches Können, und das sehr zur Freude der Eltern und Großeltern. Die Knüllwaldmusikanten aus Oberbeisheim spielten Blasmusik, vorwiegend Polkas, Märsche und Schlager mit Gesang.

Am späten Nachmittag wurde die Stimmung immer besser und die Kapelle konnte die Besucher zum Mitklatschen und Mitsingen animieren. Die Kinder konnten sich auf der Hüpfburg, einem großen Spielgerät und beim Kinderschminken (Volksbühne Emstal) austoben. Neben dem Flohmarkt gab es Stände für kühle Getränke (Feuerwehr, Sportverein, Jungbauernclub), Bratwurst und Pommes (Hofladen Wicke) und Kaffee und leckeren Kuchen von den Landfrauen.

Der Kulturverein 2000 sei zwar federführend für den Dorftag, aber alle Vereine im Dorf unterstützen ihn, sagte Helmut Löber, Vorsitzender des Kulturvereins. „Wir haben schon eine gute Dorfgemeinschaft, doch durch den Dorftag soll sie noch mehr gestärkt werden“, meinte er. Die Veranstaltung findet schon seit Ende der 1980er-Jahre statt, und zwar früher in der Turnhalle und seit 2015 auf dem neuen Dorfplatz.

Normalerweise folgt der Dorftag in Balhorn einem zweijährigen Rhythmus, ist aber wegen der Pandemie in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben worden. Diesen Sonntag fiel er zufälligerweise mit dem Tag des offenen Denkmals zusammen. Der Förderverein zur Erhaltung der evangelischen Kirche in Balhorn bot aus diesem Anlass eine Kirchenführung und Turmbesteigung an. Die evangelische Landeskirche bietet für ländliche Verhältnisse einen ungewöhnlichen Anblick mit den ausladenden Seitenschiffen und großen Portalen im neobarocken Baustil. Klaus Otto und Klaus Reitze vom Förderverein erzählten den etwa 25 Besuchern, dass der älteste Teil der Kirche der Glockenturm sei, der wahrscheinlich 1488 als mächtiger Wehrturm errichtet worden sei. Eine tief greifende Umgestaltung und neobarocke Erweiterung erhielt die Kirche im 19. Jahrhundert durch Gustav Schönermark.

Auch das Innere der Kirche sei außergewöhnlich, sagte Klaus Otto, während er auf das Deckengemälde mit dem Auge Gottes zeigt. Die ornamentalen Kirchenfenster stellen den an die Tür klopfenden Christus und die Evangelistensymbole dar. Die Besucher waren beeindruckt von der überdimensionalen Steinkanzel, der dreitürmigen Orgel und den Emporen über den steinernen Stichbogenarkaden mit üppigen Dekorationselementen. Klaus Reitze berichtete ebenfalls von dem Schwelbrand im Jahr 2017, durch den der Kirche ein Schaden in Höhe von etwa 300 000 Euro zugefügt wurde.

Neben dem Balhorner Gotteshaus standen am Tag des offenen Denkmals im Altkreis Wolfhagen eine Kirchen- und Stadtführung in Zierenberg, die Besichtigung des Mühlenmuseums in Laar und Vorträge auf der Weidelsburg auf dem Programm. (Ursula Neubauer)

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