Leontine Schwarz aus Wenigenhasungen hat sich zur Imkerin ausbilden lassen

Im Bann der Bienen: Ein Jahr lang hat Leontine Schwarz von Richard Trutti die Grundlagen der Imkerei gelernt. Ab dem kommenden Jahr will sie sich allein um ihre vier Völker kümmern. Drei befinden sich bereits in ihrem Garten. Das vierte steht derzeit noch im Wolfhager Stadtwald. Fotos: Schilling

Wenigenhasungen. „Kommen Sie hier lang“, sagt Leontine Schwarz und öffnet eine Pforte. Ein Pfad führt durch den Garten, gesäumt von Bäumen und Rabatten. Es geht unter Rosenbögen entlang bis zu einem offenen Platz. Drei Holzkisten stehen dort und leuchten gelb in der Sonne.

Ein leises Summen ist zu hören. Hier und da fliegen Bienen die späten Blüten an. „Das sind meine Völker“, sagt Leontine Schwarz voller Freude.

Ein Jahr lang haben wir die Nachwuchsimkerin aus Weningenhasungen auf ihrem Weg in die Imkerei begleitet. Nun endet mit dem Einwintern der Völker das Bienenjahr. Zum vorerst letzten Mal haben sich Leontine Schwarz und ihr Mentor, Hobbyimker Richard Trutti aus Wolfhagen, zum Arbeitseinsatz getroffen. Während das Übungsvolk von Leontine Schwarz, das derzeit noch bei Truttis Bienen im Stadtwald steht, bereits auf die kalte Jahreszeit vorbereitet ist, steht diese Arbeit bei den Völkern in ihrem Garten noch aus.

Hintergrund 

Auch im kommenden Jahr will der Imkerverein 1865 Wolfhagen Nachwuchsimker beim Start in die Imkerei unterstützen. Möglich sind laut Hobbyimker Richard Trutti aus Wolfhagen für Neulinge auch Schnupperkurse.

Das Bienenjahr beginnt im zeitigen Frühjahr. Dann besteht die Möglichkeit, Imkern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Wer möchte, kann unter Anleitung auch gleich selbst mit der Imkerei beginnen.

Der zeitliche Aufwand der Imkerei beträgt laut Trutti bei einer Anfängergröße von zwei bis drei Völkern durchschnittlich eine Stunde pro Woche.

Informationen gibt es ab sofort bei Richard Trutti, unter Telefon: 05692-6726. Bis spätestens Februar sollten sich Interessierte bei ihm melden.

Die beiden Imker öffnen die erste Beute (Behausung der Bienen) und kontrollieren, ob die Königin noch da ist. Anschließend setzen sie die Regentin mitsamt ihrer Brut auf die eine Seite der Beute, die Futterwaben kommen auf die andere Seite. „Die Bienen wandern im Winter über die Futterwaben zur anderen Seite“, erklärt Trutti. Winterschlaf halten die Insekten nicht. Sie bilden eine Traube, in der sie eine Temperatur von 30 bis 35? Celsius halten. „Mich haben schon einige gefragt, ob wir die Bienen im Winter reinholen müssen. Aber das ist nicht nötig“, sagt Leontine Schwarz.

Sie hat viel gelernt in diesem Jahr. Vom Auswintern über die Honigernte bis hin zum Kampf gegen die Varroamilbe. „Ich bin mit so viel Spannung gestartet und habe mich anfangs gefragt, ob ich mir das zutrauen kann. Und jetzt ist so eine Leidenschaft daraus geworden. Ich möchte immer mehr lernen“, erzählt die 55-Jährige begeistert. Fragt man sie, was das Besondere an ihrem Hobby ist, dann fällt ihr die Auswahl schwer. „Das ist eine ganz andere Welt. Wenn ich bei meinen Bienen bin, dann kann ich abschalten. Da geht es nur um die Bienen und um nichts anderes. Die Bienenvölker sind so intelligent, so perfekt in ihrer Organisation. Das ist einfach zu bewundern.“ Der Honig ist ihr daher gar nicht das Wichtigste, auch wenn sie jeden Tag davon nascht. „Das ist ein toller Nebeneffekt der Imkerei.“

Ab kommendem Jahr will sich Leontine Schwarz allein um ihre Bienen kümmern. „Aber Hilfe werde ich auch dann noch bekommen, wenn ich sie brauche“, ist sie sich sicher. Für Trutti eine Selbstverständlichkeit. „Zwei bis drei Jahre lang rufen Jungimker bei besonderen Fragen immer mal wieder an“, sagt er. Viel könne man aber auch aus der Fachliteratur lernen.

Leontine Schwarz hat ihren Entschluss, sich der Imkerei zu widmen, nicht bereut. „Ich hatte so viel Spaß und bin so gut aufgenommen worden von den Kollegen im Verein. Das war ein schönes Bienenjahr.“

Von Meike Schilling

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