Märchenland ist mehr Sage als Realität

Werbung an der Autobahn 44: Auf großen Schildern rühmt sich der Altkreis mit seinen sechs Städten und Gemeinden als Märchenland der Brüder Grimm. Foto: Zgoll

Wolfhager Land. "Märchenland der Brüder Grimm" - so betitelt ein Schild auf der A 44 das Wolfhager Land. Obwohl der Altkreis mit den Märchenbrüdern wirbt, gibt es in die Richtung wenig Aktivitäten.

Ein Jahr für die Grimms: Auf dem Kasseler Weinberg wird 2015 mit der Grimmwelt ein einzigartiges Ausstellungsgebäude eröffnet, das sich ganz den beiden Märchensammlern widmet. Dazu jährt sich der Todestag von Dorothea Viehmann, einer der wichtigsten Quellen für die Grimm’sche Märchensammlung, zum 200. Mal. Was tut sich im Wolfhager Land, das sich auch an der Autobahn unübersehbar als „Märchenland der Brüder Grimm“ ins Gespräch bringt?

Nicht sehr viel, so das Ergebnis von Nachfragen in den Rathäusern. „Wir haben genug Probleme mit unserem Haushalt und unseren Finanzen, da ist für Grimm keine Luft“, sagte beispielsweise Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn. Auch in Bad Emstal ist von touristischen Aktivitäten in Zusammenhang mit den Grimms keine Rede. Habichtswald: Fehlanzeige. Werner Frohnapfel, im Habichtswalder Rathaus für den Tourismus zuständig, sagt: „Wir haben bislang gar nichts.“

Breuna hat zumindest seinem Wellnesstempel den Titel „Märchenlandtherme“ gegeben.

In Naumburg versucht man, die Ehre der Kommunen des Wolfhager Landes zu retten. Claudia Thöne, die Naumburger Touristikerin, bringt den Märchenlandweg in der Grimm-Heimat Nordhessen ins Spiel, die Märchenrastplätze am Habichtswaldsteig. Jede Gemeinde habe einen solchen Platz. Naumburg beispielsweise die Himmelsschaukel. Tolle Plätze, die allerdings mit den Grimms nichts zu tun haben.

Aber Naumburg hat in diesem Jahr noch mehr zu bieten: In der Elbetalschule sind die Grimms ein zentrales Thema, und auch im Kultursommer Nordhessen werden die Märchenbrüder im Gutshof Elbenberg zu erleben sein.

Auch Wolfhagen, wo zeitweise der malende Bruder von Jacob und Wilhelm Grimm lebte, tut etwas fürs Image als Stadt im Märchenland.

Die Stadt Wolfhagen hat ihren Märchenkeller im Alten Rathaus. Auf dem Marktplatz steht der Brunnen mit dem Wolf und den Geißlein. Und es gibt eine Märchenprinzessin. Werner Stübe, Fachbereichsleiter Tourismus, betont, dass man jedes Jahr ein Märchentheater nach Wolfhagen hole und in den Kindergärten Märchenlesungen veranstalte.

Die Naumburger Elbetalschule hat das Jahresthema Märchen gewählt. Auch während der Projekttage dreht sich alles ums Thema mit Theater, Tanz, Musik. Am 19. und 20. Mai wird das Ganze auf die HdG-Bühne gebracht. Am 20. Juni sind Stefan Becker und Carlo Ghirardelli als Brüder Grimm im Rahmen des Kultursommers in Elbenberg zu Gast.

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