Mit Eifer und Elan aktiv für die Gemeinschaft

Marie-Luise Raude und Irma Schneider sind die guten Seelen von Altendorf

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Kümmern sich um die Dorfgemeinschaft: Die Freundinnen Irma Schneider (links) und Marie-Luise Raude.

Altendorf. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Doch nicht alle Rentner und Pensionäre ziehen sich aufs Altenteil zurück.

Viele sind aktiv, bringen sich ein, übernehmen ehrenamtliche Aufgaben und gehören damit noch lange nicht zum alten Eisen. In einer Serie stellen wir ältere Menschen vor, die mitten im Leben stehen.

Marie-Luise Raude und Irma Schneider sind so etwas wie das „Dream Team von Altendorf“. Die 76-jährige Marie-Luise Raude und die 85-jährige Irma Schneider setzen sich mit viel Einfallsreichtum für die Belange der Dorfbewohner ein.

Eigentlich könnten sie sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich machen oder in Urlaub fahren. Aber das sei nicht ihr Ding, sagen die beiden besten Freundinnen. Sie haben ihr Leben lang in der Haus- und Landwirtschaft gearbeitet. Außerdem fühlen sie sich in Altendorf und der Dorfgemeinschaft sehr wohl. Hier kennt noch jeder jeden, und man hilft sich. So auch bei Marie-Luise und Irma, die sich hauptsächlich um ältere Dorfbewohner kümmert. Sie veranstalten monatlich einen Seniorennachmittag mit gelegentlichen Seniorenfahrten. An besonderen Geburtstagen besuchen sie die Älteren zuhause, im Altenheim oder Krankenhaus. Außerdem beteiligen sie sich am Fahrtendienst für ältere Dorfbewohner.

Die beiden bilden ein perfektes Team, weil sie gut zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen können. Marie-Luise Raude hat die guten Ideen, kann organisieren und Irma Schneider ist die Frau fürs Praktische. So haben die beiden erfahrenen Hausfrauen für die Aktion Kirchenrenovierung zum Erntedankfest mal eben Wildschweinbraten für eine größere Gruppe angeboten. Ehemann Manfred Raude (79), passionierter Jäger, besorgte das Wildschwein und zerlegte es. Die beiden Freundinnen servierten einen leckeren Braten mit Rotkraut und Klößen. Der Pfarrer und die Gemeindemitglieder seien jedenfalls hellauf begeistert gewesen, sagt Schneider.

Eigentlich wäre die gebürtige Balhornerin Marie-Luise Raude mit dem „Schladenhof“, einem Milch- und Rinderzuchtbetrieb mit über 200 Kühen, genug beschäftigt. Sie und Ehemann Manfred wohnen mit vier Generationen auf dem Bauernhof. Obwohl das Ehepaar inzwischen die Leitung des Bauernhofes an Sohn Michael und Enkel Daniel abgegeben hat, sind sie immer noch Landwirte aus Leidenschaft. Marie-Luise Raude ist mit dem Garten und der Bevorratung beschäftigt, ihr Mann hilft im Melkhaus mit.

Irma Schneider und ihr Mann stammen aus Altendorf, hatten einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb und sind inzwischen Rentner.

Marie-Luise Raude und Irma Schneider sind trotz ihres Alters noch rüstig. Sie haben Familie und sind dafür dankbar. Deswegen ist es für beide Frauen selbstverständlich, Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht. Außerdem sei es wichtig, sich im Alter andere Aufgabenbereiche und Ziele zu suchen, meinen die Freundinnen. Erst wenn sie nichts mehr zu organisieren oder für die Mitmenschen zu tun hätten, dann seien sie wirklich alt.

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