Marktplatz: Elektrische Signale sichtbar machen

+
Begeisterter Bastler: Karl-Heinz Werner sucht auf Flohmärkten nach Oszilloskopen, die der Elektriker wieder zum Laufen bringen kann.

Karl-Heinz Werner aus Wolfhagen hat ein Faible für alles Elektrische. Das ist für einen Elektrikermeister samt Studium der Elektrotechnik nicht weiter verwunderlich. Doch der 72-Jährige interessiert sich besonders für alte Oszilloskope.

Für all die, die nicht auf Anhieb wissen, was ein Oszilloskop ist, sei erklärt, dass es sich dabei um ein elektronisches Messgerät handelt, das den zeitlichen Verlauf einer oder mehrerer elektrischer Spannungen auf einem Bildschirm sichtbar machen kann. Dabei stellt das Oszilloskop einen Verlaufsgraphen in einem zweidimensionalen Koordinatensystem dar. Das so entstehende Bild wird als Oszillogramm bezeichnet.

Suche auf den Flohmärkten

„Ich finde meine Geräte auf dem Flohmarkt“, erklärt Karl-Heinz Werner und fügt hinzu, dass er dazu auch gerne mal in die Niederlande fährt. „Dort ist einmal im Jahr ein großer Technik-Flohmarkt, den ich dann gemeinsam mit meinem Sohn ansteuere.“

Als begeisterter Flohmarktgänger auch in der Region hat er natürlich ein Auge für seine begehrten Objekte. Hat er ein Oszilloskop entdeckt, und auch der Preis konnte ausgehandelt werden, geht es in den Besitz des fachmännischen Bastlers über. Denn für den Elektriker ist es nicht wichtig, ob das Oszilloskop in dem Moment des Kauferwerbs auch funktioniert. Ihm macht es Spaß, akribisch auf Fehlersuche zu gehen und nach und nach alle Widerstände, Relais, Transistoren und natürlich auch die Bildröhre zu prüfen, bis das Gerät wieder vorschriftsmäßig läuft. „Zeit spielt dabei überhaupt keine Rolle.“

Dazu werden gerne Schaltpläne im Internet gesucht und ausgedruckt. Zur Not muss es auch ohne gehen. „Die alten Geräte verfügen noch über eine Bildröhre“, erklärt der 72-Jährige, „das macht sie so schwer.“ Während einige Geräte sogar noch über einen Bildspeicher funktionieren, würden neuere auf einen elektronischen Speicher zurückgreifen.

Geräte mit langer Lebendauer

Einige von den Geräten, die Karl-Heinz Werner in seiner kleinen Werkstatt hat, können eine lange Lebensdauer vorweisen. „Das hier habe ich selbst seit über 40 Jahren im Gebrauch“, sagt er und zeigt auf ein Gerät am Arbeitsplatz. „Das wird nicht verkauft.“

Die modernen Geräte seien viel kleiner und haben einen richtigen Bildschirm, während die alten Versionen noch mit einer Bildröhre arbeiten. Funktionieren würden sie aber immer noch prima – auf jeden Fall, nachdem sie in den Händen von Karl-Heinz Werner waren. Der Elektriker gibt kein Gerät heraus, das nicht einwandfrei funktioniert.

Funkamateure oder Elektronikbastler seien zum Beispiel sehr an Oszilloskopen interessiert, die entweder eine Ein-Strahl- oder eine Zwei-Strahl-Technik vorweisen können. „Man muss jedoch wissen, wie man ein Oszilloskop bedient“, gibt der Fachmann zu bedenken, „für einen reinen Laien ist das nichts.“

Regelmäßig verkauft Karl-Heinz Werner die von ihm instand gesetzten Geräte. Dieses Mal bietet er ein Oszilloskop mit der Bezeichnung „digimess MO60 60MHz oscilloscope“ zum Verkauf an. Dabei handelt es sich um ein Zwei-Strahl-Gerät. (zgi)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.