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Miese Maisernte im Kreis Kassel durch Dürre

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Von: Bea Ricken

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Maiskolben
Mais kann auch im Garten angebaut werden. © Stefan Sauer

Bis 50 Prozent Einbußen gibt es bei der Maisernte im Kreis Kassel. Biogasbetreiber sind daher in Sorge.

Kreis Kassel – Die Dürre dieses Sommers sorgt für eine miserable Maisernte im Landkreis Kassel. Während im vergangenen Jahr 55 Tonnen pro Hektar Fläche geerntet wurden, sind es laut Kreisbauernverband in diesem Jahr nur 35 Tonnen pro Hektar. Der Mais habe sich in manchen Regionen durch gelegentlichen Regen besser entwickelt, auf anderen Flächen im Landkreis Kassel seien nur Mini-Pflanzen gewachsen, die noch dazu kaum Kolben gebildet hätten, so Kreisbauern-Geschäftsführer Reinhard Schulte-Ebbert.

Dies bestätigt auch Kreislandwirt Jörg Kramm. Durch die große Trockenheit und Hitze sei der Mais viel schneller abgereift als üblich und werde deshalb vier Wochen früher geerntet. „Die Erträge sind unterdurchschnittlich. Manche Landwirte ernten sogar 50 Prozent weniger als sonst.“ Der Wassermangel habe übrigens auch Rüben und Kartoffeln geschadet, so Kramm.

Die schlechte Maisernte hat Konsequenzen für die Biogasanlagen im Kreis, weil Biomasse fehlt. Und das ausgerechnet mit Blick auf eine bitter benötigte Wärmeversorgung im Winter, als Alternative zu Gas.

Zusätzlich kommen von der ohnehin knappen Maismenge noch weniger bei den Anlagen an: Rund zehn Prozent der erwarteten Menge bleiben bei den Landwirten, die damit ihr Rinder füttern müssen. Denn die Dürre hat auch für Futterknappheit gesorgt.

„Um Ersatzstoffe zum Betrieb der Biogasanlagen wie Gülle und Mais heranzuschaffen, müssen wir mehr und längere Transportfahrten einplanen“, so Schulte-Ebbert. Dies treibe wiederum die Kosten in die Höhe. Er wünsche sich von der Politik - angesichts der Lage - die Freigabe von alternativen Stoffen, wie zum Beispiel Kartoffelschalen als Festmasse für die Biogasanlagen. Pflanzliche Nebenstoffe könne man problemlos einsetzen.

Die Lieferverpflichtungen für Energie werde man dennoch einhalten können, ist Biogasbetreiber Timo Hofmeyer aus Hofgeismar optimistisch. Wegen der guten Maisernte aus dem vergangenen Jahr gebe es auch noch einige Restbestände. (Bea Ricken)

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