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Adreno ist bei der Gegenoffensive im Donbass dabei

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Von: Bea Ricken

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Ein Soldat verteilt in der Region Luhansk Taschen mit gespendetem Brot an die Menschen, die in einem Keller leben.
Ein Soldat verteilt in der Region Luhansk Taschen mit gespendetem Brot an die Menschen, die in einem Keller leben, der während der russischen Angriffe als Luftschutzkeller genutzt wird. In dieser Region ist auch Adreno derzeit stationiert. © Leo Correa/AP/dpa

Ein Deutscher, der zuletzt in Ahnatal und Wenigenhasungen gelebt hat, kündigt seinen Job und meldet sich freiwillig als Sanitäter im ukrainischen Kriegsgebiet.

Wenigenhasungen/Ahnatal/Luhansk – Adreno hat nach drei Monaten Krieg in der Ukraine eine wichtige Rolle bei der medizinischen Ausbildung übernommen. „Aktuell trainieren wir die Sanitäter von sechs Kompanien der ukrainischen Armee“, erzählt er. Nach diesem Training würden die Kompanien an die Frontlinien im Osten verlegt.

„Ich nehme außerdem selbst an gezielten Einsätzen teil, wenn ich gebraucht werde“, sagt der 26-Jährige, der zwischen dem Osten und der Region um Kiew hin und her pendelt. Sorgen machen ihm fehlende medizinische Hilfsmittel.

Es existiere zum Beispiel ein massiver Mangel an militärischen Erste-Hilfe-Sets, die jeder Soldat an der Front bei sich tragen sollte. Adreno ist ständig damit beschäftigt, diese zu beschaffen. Ein weiteres Problem sei es, dass er keine Bezahlung erhalten könne. „Ich bin auf Unterstützung von außen für Kost, Logis und andere Kleinigkeiten angewiesen.“

Adreno und seine Einheit nehme an der Gegenoffensive gegen die russischen Streitkräfte im Osten teil

In dieser Woche befindet sich Adreno in der Region Luhansk im Donbass. Seine Einheit nehme an der großen  Gegenoffensive gegen die russischen Streitkräfte im Osten teil.

Russland hat sich inzwischen vor allem auf Angriffe im Osten der Ukraine konzentriert. Nach dem Fall von Mariupol vor einigen Tagen gebe es nun dort verstärkt russische Offensiven. Russlands Truppen strebten im Donbass die vollständige Eroberung des Gebietes Luhansk an.

Adrenos Wille ist es, dieses Land und die Menschen zu verteidigen und zu unterstützen

In ein bis zwei Wochen hofft Adreno, nach Kiew zurückkehren zu können, um sich, wie seine Kollegen, etwas zu erholen und neue Kräfte zu sammeln. Jeden Tag kann der Mann aus dem Landkreis Kassel bis dahin sein Leben verlieren.

„An die ständige Todesgefahr habe ich mich inzwischen gewöhnt“, erklärt Adreno. Sein Wille, dieses Land und die Menschen, die er lieb gewonnen habe, zu verteidigen und zu unterstützen, sei aber stärker.

Adreno bei Luhansk.
Adreno bei Luhansk. Um seine Identität zu schützen, ist das © verpixelt. Foto: privat

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