Mobil bis ins Alter - in Altendorf gibt es einen Fahrdienst

Fahren ältere Altendorfer mit Privatauto und in ihrer Freizeit zum Arzt und zum Einkaufen: Sonja Richardt (von links), Kurt Weinrich und Marie-Luise Raude. Foto: Thon

Altendorf. Die Nachbarschaftshilfe in Altendorf funktioniert. Davon ist Marie-Luise Raude überzeugt. Die 74-Jährige muss es wissen, denn sie ist stark eingebunden in die Kirchengemeinde und organisiert den monatlich stattfinden Seniorenkreis. Vor einem halben Jahr hat sie einen Fahrdienst für ältere Menschen ins Leben gerufen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Gemeinsam mit vier weiteren Helfern hält sie das Angebot vor, das unterstützt wird vom Diakonischen Werk Hofgeismar-Wolfhagen.

Sensibilisiert für das Thema wurden sie auch über die Gespräche im Zuge der Dorferneuerung, einem Förderprogramm für ländlich geprägte Orte, von dem Altendorf und Naumburg noch bis zum Jahr 2017 profitieren, sagt Kurt Weinrich, der sich und seinen Privatwagen ebenfalls zur Verfügung stellt, um Menschen zum Arzt oder zum Einkaufen zu chauffieren. Dabei ging es auch um den demografischen Wandel und dessen Folgen für die älteren Bewohner. Der öffentliche Personennahverkehr zum Beispiel sei ein Problem, sagt Fahrdienstmitglied Sonja Richardt. Die Busverbindungen von und nach Altendorf seien dürftig, sie orientierten sich in erster Linie an den Bedürfnissen der Schüler.

Bislang allerdings nutzen die älteren Altendorfer den Fahrdienst nur zögerlich. Marie-Luise Raude ist aber überzeugt davon, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird. Schon jetzt seien etwa 50 der 240 Dorfbewohner älter als 75 Jahre. Selbst, wenn die Kinder in der Nähe lebten - „die können ja auch nicht jedes Mal Urlaub nehmen, wenn Mutter oder Vater zum Arzt müssen“, sagt die Altendorferin. Die Mitglieder des Teams verstehen sich nicht nur als Fahrerinnen und Fahrer. Ihnen ist es darüberhinaus wichtig, die Senioren beim Einkauf zu begleiten, sie ins Wartezimmer zu führen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Wenn die Leute wüssten, dass sie für ihre Besorgungen außerhalb Altendorfs Hilfe in Anspruch nehmen können, trage dies vielleicht dazu bei, dass sie trotz ihres Alters in ihren Wohnungen bleiben und nicht ins Heim gehen müssen, wünscht sich Kurt Weinrich.

Bei folgenden Personen können Fahrten (35Cent/Kilometer) angemeldet werden: • Marie-Luise Raude (05625/352), Kurt Weinrich (05625/5187), Sonja Richardt (05625/925142), Tanja Damm (05625/920068) und Carola Witte (05625/925570, ab 7 Uhr nach Naumburg).

Von Antje Thon

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