Führungen im Heil- und Kräutergarten

Mord, Magie und Medizin in Bad Emstal  

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Kümmern sich gemeinsam um das Bad Emstaler Pflanzenparadies: Rebecca Stoewe (von links), Silke Engelsking und Karen Link. 

Wie viel Kräuterhexe tatsächlich in ihr steckt, kann Karen Link nicht beantworten. Zumindest sagt sie das und tut es dann irgendwie doch, wenn sie mit nicht alltäglichem Expertenwissen rund um die pflanzlichen Bewohner des Bad Emstaler Heil- und Kräutergartens glänzt und dabei ins Schwärmen gerät.

„Ich habe mich schon in meiner Jugend für Gift- und Heilpflanzen interessiert“, erinnert sich die Gärtnermeisterin, die sich gemeinsam mit Rebecca Stoewe und Silke Engelsking um die gut 4000 Quadratmeter große Anlage kümmert. „Es ist faszinierend, welche Möglichkeiten sich da bieten“, sagt sie und deutet auf eine der riesigen Eiben, die im schmucken Kurpark nicht fehlen dürfen. „Jeder kennt sie als Hecken- oder Giftpflanze, doch hat man längst festgestellt, dass sie auch einen Wirkstoff enthält, der gegen Brustkrebs helfen soll.“

Einfach mal am dunkelgrünen Nadelgewächs zu knabbern, sei dennoch keine gute Idee und könne sogar tödlich enden. „Bis auf den roten Samenmantel ist die Eibe hochgiftig, die Nadeln eines etwa 30 bis 40 Zentimeter langen Zweiges reichen aus, um einen Menschen zu töten“, erklärt die 53-Jährige und ist mittendrin in der Themenwelt, in die sie am Freitag auch die Teilnehmer ihres Gartenspaziergangs entführen will. Den hat sie nicht ohne Grund unter den Titel „Mord, Magie und Medizin“ gestellt, denn sie will ganz bewusst den Giftschrank der Natur öffnen, um die Pflanzenwelt für die Menschen wieder interessanter zu machen.

Doch der Breunaerin geht es nicht nur um die giftigen Kandidaten, sondern auch um Pflanzen und Bäume, die jeder kennt, nicht aber als Mittel gegen das ein oder andere Wehwehchen. Als Bodendecker oder Kletterpflanze wohl jedem ein Begriff, ist das Efeu etwa ein beliebter Begleiter im Kampf gegen Erkältungen. „Interessant ist, dass es ab einem gewissen Alter seine Gestalt verändert und zum strauchartigen Gewächs mit Blüten und Beeren wird“, erklärt Link und verspricht, es dennoch aus der Gemüsesuppe herauszulassen, die sie zum Abschluss des Streifzugs durch den farbenfroh illuminierten Heil- und Kräutergarten servieren will. Spätestens wenn die Leckerei verspeist ist, werden sich die Teilnehmer dann auch ein Bild davon gemacht haben, wie viel Kräuterhexe wirklich in Karen Link steckt.

Treffpunkt zur Gartenführung ist am Freitag, 11. September, um 18.30 Uhr der Wohnmobilstellplatz in der Karlsbader Straße 4 in Bad Emstal. Anmeldung: 05624-999714. Kosten inklusive Imbiss: 15 Euro.

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