Bis zum Base-Camp des höchsten Berges der Welt

Oberlistinger bestieg gemeinsam mit Tochter den Mount Everest

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Am Ziel angekommen: Klaus-Dieter Reitenberger mit Tochter Raphaela am Basecamp des Mount Everest.

Für ihn war es eine Herausforderung und die hat er gemeinsam mit seiner Tochter gemeistert: Klaus-Dieter Reitenberger (71) aus Oberlistingen hat mit seiner Tochter Raphaela (26) den Mount Everest bezwungen, und zwar bis zum Base Camp.

Das sind immerhin 5364 Meter, die sie bei einer Trekking-Tour hinauf gestiegen sind. „Auf den Gipfel wollte ich nie“ sagte Reitenberger. Der ist 8848 Meter hoch. Denn seines Erachtens geht es dort um Geld, sehr viel Geld. Wer nach ganz oben will, zahlt. Und alle Touren-Anbieter wollen die zahlende Kundschaft nach oben bringen. Egal wie und egal wen. Im Viertelstunden-Takt würden Helikopter starten und landen. 

Für die Reitenbergers ging die Reise in Frankfurt los. Dort lebt Tochter Raphaela. Mit dem Flugzeug ging es nach Kathmandu und dann weiter nach Lukla, dem gefährlichsten Flughafen der Welt. Flugzeuge haben hier nur 530 Meter Start- und Landebahn. Tatsachen sprechen für sich. Denn als die beiden Reitenbergers ankommen, liegen da noch die Flugzeug- und Hubschrauberreste eines Crashs, der nur 14 Tage zuvor drei Todesopfer forderte. 

Acht Tage dauerte der Aufstieg der beiden Reitenbergers, drei Tage ging es wieder hinab. Und das sei auch nicht weniger anstrengend gewesen, erklärte Reitenberger. Begleitet wurden die beiden von einem Guide und einem Sherpa. Denn die eigentlich sechsköpfige Trekking-Gruppe kam gar nicht zustande, sodass Reitenberger mit Führer, Träger und Tochter allein unterwegs war.

Über sieben Hängebrücken geht es hinauf

Seine Tochter habe diese Tour seit zwei Jahren geplant. Er selbst habe erst in der Weihnachtszeit Interesse daran gefunden. Denn da trainierter er bereits in einer Warburger Mucki-Bude mit Maske, um sein Zwerchfell zu trainieren. Nicht für einen so extremen Aufstieg, sondern um im Chor gut mitsingen zu können. 

Im Chukhung-Tal des Sagarmatha-Nationalparks: Der Ort Dingboche (rechts im Bild sind blaue Dächer zu sehen) ist ein Zwischenstopp für Trekking Touristen und Bergsteiger auf dem Mount Everest-Trek.

Das Training hat sich als hervorragende Basis für eine gute Kondition erwiesen. Am Basiscamp des Mount Everest liegt der Sauerstoffgehalt bei nur noch 50 Prozent. „Wer da nicht trainiert hat, bekommt Probleme“, weiß Reitenberger. Er habe sich öfter gewundert, welche Menschen in entsprechend schlechter körperlicher Verfassung sich haben per Helikopter auf den Berg fliegen lassen, um ein Foto zu schießen. „Nicht meine Welt“, sagte der 71-Jährige.

Der Aufstieg sei sehr auf die Kondition gegangen. Seine spontane Entscheidung, seine Tochter bei dieser Tour zu begleiten, habe er jedoch auch hier und da infrage gestellt. Zum Beispiel beim Überqueren von sieben Hängebrücken, darunter auch die bekannte Hillary-Brücke in 70 Metern Höhe, mit Gebetsfahnen geschmückt, über den tosenden Dudhkoshi-Fluß vor dem Anstieg nach Namche Bazar. Doch all die Eindrücke und gigantischen Panoramen haben ihn für seinen Kraftakt belohnt.

Beim Aufstieg: Yaks haben auf dem Weg immer Vorrang und lassen sich auch nicht aufhalten.

Übernachtet wurde in sogenannten „Teehäusern“. Schlafdecken werden dort nicht gewaschen, sondern in der Sonne gelüftet. Die Zimmer wurden nicht beheizt, das Wasser zum Duschen war kalt. Die Temperaturen lagen bei minus 2 bis plus 8 Grad. Entweder dick eingepackt oder im T-Shirt. So ist man am Mount Everest unterwegs.

Das war aber für Klaus-Dieter Reitenberger zu verkraften. Denn direkt nach seiner Rückkehr vom eisigen Mount Everest ging es zunächst mal in den Familienurlaub nach Kuba. Jetzt im Sommer folgt dann das kleine Kontrastprogramm: Reitenberger hält Wache an der Ostesee für die DLRG.

Der Mount Everest hingegen wird derzeit von einem staatlichen Gutachter neu vermessen.

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