Wünschewagen nimmt Fahrt auf

Nach Corona-Pause wieder im Einsatz für schwerstkranke Menschen

Das Wünschewagen-Team Nordhessen vor dem Wünschewagen: Ehrenamtskoordinatorin Melissa Förster (von links), Projektkoordinatorin Larissa Baumann und Philipp Brake, erster Vorsitzender des ASB Regionalverbands Kassel-Nordhessen. 
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Das Wünschewagen-Team Nordhessen ist wieder im Einsatz: Ehrenamtskoordinatorin Melissa Förster (von links), Projektkoordinatorin Larissa Baumann und Philipp Brake, erster Vorsitzender des ASB Regionalverbands Kassel-Nordhessen. 

Nach einer Coronabedingten Pause erfüllt der ASB Kassel-Nordhessen schwerstkranken Menschen wieder letzte Herzenswünsche. Auch der Wünschewagen Nordhessen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) war von den Einschränkungen der Pandemie betroffen. Nachdem das Fahrzeug seine Fahrten deshalb einstellen musste, nimmt es jetzt wieder Fahrt auf – unter strenger Einhaltung der erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen.

„Wir möchten auch in Zeiten von Corona für schwerstkranke Menschen da sein, denen diese Reise in ihrer letzten Lebensphase noch einen Herzenswunsch erfüllt“, sagt Philipp Brake, erster Vorsitzender des ASB Regionalverbands Kassel Nordhessen.

Das Schutz- und Hygienekonzept für den Wünschewagen Nordhessen setzt strikt die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und des Hessischen Sozialministeriums um – zum Schutz der Fahrgäste, ihrer Angehörigen und der ehrenamtlichen Begleiter des ASB vor einer Infektion.

„Die Schutz- und Hygienemaßnahmen folgen den gleichen Vorgaben wie für einen Krankentransport und werden auch um die für die Fahrgäste individuell notwendigen Schutzmaßnahmen erweitert“, erklärt Philipp Brake. Die ehrenamtlichen „Wunscherfüllerinnen und Wunscherfüller“ bringen im Wünschewagen schwerstkranke Menschen, egal welchen Alters, an einen Ort, den sie gerne noch einmal sehen möchten.

Wünschewagen Nordhessen ist seit dem 23. August 2019 unterwegs

„In Coronazeiten wird es vielleicht nicht möglich sein, jeden Wunsch wahr werden zu lassen. Wir werden aber versuchen, Alternativen zu finden und diese besprechen“, sagt Projektkoordinatorin Larissa Baumann.

Der Wünschewagen Nordhessen ist seit dem 23. August 2019 unterwegs: „Seitdem konnten wir bereits einige letzte Herzenswünsche erfüllen und den Fahrgästen damit einen unvergessenen Tag bereiten. Einen Tag, an dem nicht die Krankheit im Vordergrund stehen soll“, erläutert Larissa Baumann die Mission des Wünschewagens.

Mit dem Wünschewagen Nordhessen sind auch knapp 100 geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Start. „Der Wünschewagen – Letzte Wünsche wagen“ ist ein bundesweites und rein ehrenamtlich getragenes Projekt des ASB, das durch Spenden finanziert wird. Die Fahrten sind für die Passagiere und eine Begleitperson kostenlos. Insgesamt 23 Wünschewagen sind in Deutschland unterwegs. Eine großzügige Spende bekam der Wünschewagen im vergangenen Jahr aus der Ortsgemeinschaft in Breuna (wir berichteten).

Der ASB Regionalverband Kassel-Nordhessen nimmt die Wunschanfragen an und koordiniert die Planung und Organisation der Wunschfahrten für den gesamten Regierungsbezirk Kassel. Im vergangenen Jahr, kurz vor dem Start des ASB-Wünschewagen Nordhessen, äußerte auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg Interesse an einem eigenen Fahrzeug.

Doch dann fiel die Entscheidung, die Idee des ASB zu unterstützen und auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten. Schirmherrin des Wünschewagens ist die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtverbandes Hessen, Susanne Selbert.

Kontakt: Projektkoordinatorin Larissa Baumann, Telefon 0561/58 529 227, E-Mail: wuenschewagen@asb-nordhessen.de. Weitere Informationen: www.wuenschewagen.de

Schutz- und Hygienemaßnahmen

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ASB Kassel-Nordhessen halten sich während der Fahrt in der Fahrerkabine des Wünschewagens auf. Die persönliche Begleitung hält sich in dieser Zeit im Fahrgastraum auf. Beide sind baulich durch eine Wand getrennt. Wird eine medizinische Versorgung oder die Mitfahrt im Fahrgastraum nötig, tragen die ASB-Mitarbeiter Schutzvisier und medizinischen Mund- und Nasenschutz.

Zudem sind sie aufgefordert, Schutz zu tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Der Wünschewagen ist mit Hände- und Flächendesinfektionsmitteln ausgestattet. Transportmittel und Geräte werden entsprechend dem Hygieneplan aufbereitet und desinfiziert. Ebenso wird die Wäsche desinfizierend gereinigt. Ein Transport von Fahrgästen und Begleitpersonen, die an Covid-19 erkrankt sind oder sich in Quarantäne befinden, ist nicht möglich. 

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