Für das Naturschutzgebiet Festberg wird Entwicklungsplan erarbeitet

Ziegen leisten ganze Arbeit: Zusammen mit Schafen halten sie die Büsche auf dem Halbtrockenrasen am Festberg kurz. In der Senke ist Philippinenthal zu sehen, am oberen linken Bildrand Philippinenburg und oben in der Bildmitte der Helfenberg. Fotos: Thon

Philippinenthal. Ein außergewöhnlich üppiges Vorkommen an Berberitzen, einem Strauch mit sauer schmeckenden Beeren, prägt den Festberg bei Philippinenthal. Im Sommer blühen auf dem Kalkmagerrasen Enzian und Katzenpfötchen. Die langgestreckte Erhebung im Nordwesten des Dorfes ist eine Kulturlandschaft von besonderer Qualität.

Das wird auch von den Menschen der Region honoriert, die das seit dem Jahr 1992 unter Schutz stehende Gelände bei Wanderungen und Ausflügen aufsuchen. Nun soll bis Dezember kommenden Jahres für das Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) ein Maßnahmenplan erstellt werden.

Ziel seien der Erhalt, aber auch die Entwicklung des Naturschutzgebietes, sagt Axel Krügener von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel. Als im Jahr 2007 unabhängige Biologen über das 14 Hektar große Gelände streiften, erfassten sie vier verschiedene Lebensraumtypen. Bei den beiden flächenmäßig größten handelt es sich einerseits um Halbtrockenrasen mit bemerkenswerten Orchideen und zum anderen um Formationen von Wacholder auf Kalktrockenrasen. Allerdings variieren die Lebensraumtypen in ihrer Güte. „Es gibt Bereiche, in denen es eine hohe Dichte an Enzian gibt und in denen eine Vielzahl an Pflanzen wächst“, sagt Krügener. „Das ist sozusagen die Kür“, ergänzt Reinhard Vollmer vom Forstamt Wolfhagen. Diese exzellente Wertstufe gelte es ebenso zu erhalten wie jene Bereiche, denen die Biologen einen guten Erhaltungszustand attestierten.

Schafe und Ziegen

Dabei hilft eine Herde Heidschnucken und Ziegen, die ein Landwirt aus der Region von Ende Mai bis Ende Sommer auf den Festberg treibt. Weil der Herbst in diesem Jahr bislang so trocken und mild waren, sind die Weidetiere noch immer mit der Landschaftspflege beschäftigt. Sie sorgen dafür, dass die wertvollen Flächen nicht wieder verbuschen.

Neben den Top-Arealen existierten aber auch solche mit einem mittleren bis schlechten Erhaltungszustand. Dort wollen die Naturschützer in den kommenden Jahren intensiver in den Lebensraum eingreifen. Seit 23 Jahren betätigen sich Krügener und Vollmer am Festberg als Entwicklungshelfer. „Es ist nicht immer damit getan, die Natur sich selbst zu überlassen“, sagt Vollmer. Mit dieser Philosophie wäre das Gelände oberhalb Philippinenthals dicht bestanden mit Büschen und Bäumen und sehe von seinem Bewuchs her aus wie der bewaldete Isthaberg. Ohne den Einsatz von Mulchern, also Maschinen, die Gehölze schneiden und zerkleinern, Mährobotern und die tierischen Weidehelfer wäre die Offenlandschaft am Festberg Illusion.

Von Antje Thon

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