Experten beurteilten die Sorten

3000 Besucher beim Apfelmarkt in Naumburg

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Nahmen extra den Weg aus Kassel auf sich: Ingrid Liebermann und Dr. Jürgen Rabe stöbern durch die große Auswahl an alten Apfelsorten. Fotos: Stefanie Lemke

Naumburg. Rund 25 Aussteller waren in diesem Jahr beim Apfelmarkt in Naumburg.

Jan Bades Finger streichen über die Schale, prüfend betrachtet er den kleinen rotgelben Apfel in seiner Hand. Sein Blick wandert von der Kelchgrube hin zum Stiel. Der Profi aus Kaufungen ist sich nicht sicher. Wie alt ist der Baum? Wo wächst er? Und, handelt es sich um Fallobst? Fragen, die ihm bei der Sortenbestimmung im Rahmen der Hessischen Pomologentage in Naumburg am Wochenende weiterhelfen sollen.

Doch der lange Stiel, die Form der Kelchhöhle und die Ausbeulungen in der Fruchthaut ist ihm so noch nicht untergekommen. „Ich weiß es nicht“, gibt der Pomologe zu. Der Besitzer des Apfelbaums verspricht, beim nächsten Apfelmarkt erneut bei Bade vorbeizuschauen. „Das kommt durchaus vor, dass mir eine Sorte noch nicht untergekommen ist“, so der Experte. Zu groß ist die Vielfalt, um wirklich jeden einzelnen Apfel genau bestimmen zu können.

Mehr Erfolg hat Bade bei Susanne Günther aus Waldeck, die gleich mit drei verschiedenen Apfelsorten ins Haus des Gastes gekommen ist. Ihr stellt Bade ein genaues Zertifikat aus und gibt Tipps zur Lagerung der Früchte und zur Pflege des Baumes. Der Besuch beim Profi ist nur ein Höhepunkt des Marktes, der bereits zum 21. Mal stattfand. „Die Pomologentage sind so was wie die Abschlussveranstaltung jedes Jahr“, erzählt Claudia Thöne von der Stadt Naumburg. Hier kommen nach der Ernte Experten und Interessierte zusammen, um an Fortbildungen teilzunehmen und Spezialitäten rund um das Kernobst zu entdecken. 3000 Besucher zählten die Veranstalter.

In diesem Jahr referierte Walther Meiß, ehemaliger Mitarbeiter des Gartenamtes Kassel zur Lagerung und Susanne Becker zum Thema „Was macht den Geschmack im Apfel aus?“. „Viele Interessierte nutzen diese Veranstaltung, um sich weiterzubilden“, so Thöne, die ihre Liebe zum Apfel auch erst vor einigen Jahren entdeckte.

Rund 25 Aussteller konnte sie in diesem Jahr für den Apfelmarkt gewinnen. Kenner schätzten die Auswahl an Apfelweinen – ließen sich aber auch dazu verleiten, einmal herzhaft in eine Apfelbratwurst zu beißen. „Uns geht es immer darum, uns rund um das Thema Apfel aufzustellen“, so Claudia Thöne. Daher freue sie sich auch immer über die Teilnahme verschiedener Kunsthandwerker, die Küchenutensilien aus Apfelgehölz anbieten oder das beliebte Kernobst zu Tee verarbeiteten. „Besonders gelungen ist aber die Präsentation der verschiedenen alten Apfelsorten selbst“ findet Thöne. So habe man die Äpfel bewusst nicht in Kisten am Boden platziert, sondern in kleinen Weidenkörben fast in Augenhöhe der Besucher ausgestellt. Warm ausgeleuchtet und mit Angaben zu Name, Genussreife und Herkunft versehen, laden sie so zum Stöbern und Entdecken ein.

Besonders die alten Apfelsorten lohne es zu erhalten, so Claudia Thöne. „Sie sind oft besonders für Allergiker geeignet, aufgrund der genetischen Zusammensetzung. Daher lohnt es sich immer, den Baum im eigenen Garten zu pflegen, und sich über die Sorte genau zu informieren.“

Und wer so gar nicht weiter weiß, kann sein Obst jederzeit durch den prüfenden Blick eines Pomologen wie Jan Bade bestimmen lassen. (pls)

Die nächsten Pomologentage finden vom 25. bis 27. Oktober 2019 statt.

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