Künftige Nutzung noch offen

Abriss des Fachwerkhauses Zobel ist abgeschlossen

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Unübersehbar: Wo einst das Haus Zobel an der Unteren Straße stand, klafft heute eine Lücke. Über die künftige Verwendung der Fläche ist noch nicht entschieden.

Naumburg. Rechtzeitig vor dem großen Umzug der Naumburger Narren durch die Stadt am kommenden Montag wurden jetzt die Abrissarbeiten am Haus Zobel an der Unteren Straße beendet.

Wie der freie Platz künftig genutzt wird, stehe derzeit noch völlig in der Sternen, erklärte am Donnerstag Bürgermeister Stefan Hable. Derzeit prüfe die Stadt gemeinsam mit dem Hessischen Immobilienmanagement, welche Folgenutzung - privat oder öffentlich - es geben könnte. Dabei gebe es noch einige Fragen zu klären, auch, ob die Liegenschaft schuldenfrei ist oder nicht. Der Erbe des nun abgerissenen Hauses hat nach Angaben von Hable das Eigentum am 11. November 2014 aufgegeben.

Schwierige Angelegenheit 

„Der Abriss des einsturzgefährdeten Fachwerkhauses Zobel war wegen der dichten Bebauung in der Naumburger Altstadt eine schwierige Angelegenheit - wir danken daher den beteiligten Bauunternehmen, der örtlichen Bauleitung und der Stadt Naumburg dafür, dass alles so gut geklappt hat“, würdigt Bernd Kleibl, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt des Landkreises Kassel, die Arbeit aller Beteiligten bei der vom Landkreis Kassel angeordneten Notmaßnahme.

Bereits im August 2014 hatte die Bauaufsicht des Landkreises Kassel wegen der akuten Einsturzgefahr der Dachkonstruktion des rund 300 Jahre alten Fachwerkhauses Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Da der bei Hamburg lebende Eigentümer des seit mehr als zehn Jahren leerstehenden Gebäudes keine Anstalten zum Erhalt des Hauses unternahm, verständigten sich Landkreis und Stadt mit Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege auf den Abriss des Hauses.

„Kommune und Kreis können nur dann bei dem Erhalt von historischer Bausubstanz in den Ortskernen unterstützen, wenn auch die jeweiligen Eigentümer mitspielen“, bringt Kleibl die Rechtslage auf den Punkt. Um vergleichbare Fälle zu verhindern, regt der Fachbereichsleiter an, dass es auch finanzschwachen Kommunen ermöglicht werden sollte, für erhaltenswerte und ortsbildprägende Häuser als Eigentümer einzuspringen und so Perspektiven für die Fachwerkgebäude zu entwickeln. „Ansonsten wird der Abriss in Naumburg kein Einzelfall bleiben“, befürchtet Kleibl. (nom)

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- Abriss Haus Zobel: Schmerzlicher Verlust für das Stadtbild

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