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Äpfel und Birnen sind seine Welt

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Von: Norbert Müller

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Preisträger Jens Meyer, Erster Stadtrat Udo Umbach, Laudator Dr. Norbert Clement und Sabine Fortak, die Vorsitzende des Pomologen-Vereins (von links).
Ausgezeichnet: Preisträger Jens Meyer, Erster Stadtrat Udo Umbach, Laudator Dr. Norbert Clement und Sabine Fortak, die Vorsitzende des Pomologen-Vereins (von links). © Michael Krieger/nh

Die jährlich vergebene Auszeichnung für einen verdienten Obstbaukundler, der Oberdieck-Preis, wird üblicherweise in Naumburg während der Pomologentage im Spätherbst vergeben.

Naumburg – Wegen der Corona-Pandemie konnte er im vergangenen Jahr dem Preisträger Jens Meyer nicht überreicht werden. Die Ehrung wurde nun am Samstag während der Frühjahrstagung des bundesweit aktiven Pomologen-Vereins in Naumburg nachgeholt.

Ausgezeichnet werden mit dem Oberdieck-Preis Personen, die sich in besonderer Weise um die Erhaltung alter Obstsorten – ganz gleich ob Apfel, Birne oder Steinobst – verdient gemacht haben, erklärt Claudia Thöne, die die Stadt Naumburg im Verleihungsgremium vertritt.

Das Engagement und die Vielfalt der Ansätze stehen im Vordergrund

Dabei stehe nicht die absolute Anzahl der geretteten Sorten, sondern das Engagement und die Vielfalt der Ansätze, insbesondere auch die Zusammenarbeit mit anderen Personen und Institutionen im Vordergrund.

Nach Ansicht der auszeichnenden Einrichtungen, dem Pomologen-Verein, der Stadt Naumburg, dem Land Hessen und dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu), erfüllt der aus Kuhlrade in Mecklenburg-Vorpommern stammende Jens Meyer die Bedingungen für die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung „in herausragender Weise“.

So habe der Geehrte nicht nur die Obstsorten seiner Heimat – insbesondere die stark vernachlässigten Wirtschaftsbirnen – systematisch bearbeitet, dokumentiert und erhalten, sondern auch bundesweit durch die Arbeit im Netzwerk Obstsortenvielfalt des Vereins die Obstsorten-Erhaltungsarbeit insgesamt maßgeblich entwickelt, geprägt und vorangetrieben.

Meyer war jahrelang Mitglied im Vorstand des Pomologen-Vereins

Als Koordinator für den Bereich Äpfel habe Meyer seit 2012 die entsprechende Datenbank und das gesamte System der Sortenprüfung durch die Pomologische Kommission zusammen mit Jan Bade und Annette Braun-Lüllemann aufgebaut.

Zusätzlich war er jahrelang Mitglied im Vorstand des Pomologen-Vereins und habe „durch strukturierte Arbeit im Finanzbereich“ die Arbeit des Pomologen-Vereins gefördert.

In all diesen Funktionen habe sich Jens Meyer enorme Verdienste erworben und sei damit ein würdiger Träger des Preises, der nach einem der bedeutendsten Pomologen des 19. Jahrhunderts benannt ist. Im Herbst wird bereits der nächste Oberdieck-Preisträger gekürt.

Die Auszeichnung wird vom 28. - 30. Oktober in Naumburg stattfinden

Dann wird die Auszeichnung – wie üblich – im Rahmen der Hessischen Pomologentage, die vom 28. bis 30. Oktober in Naumburg stattfinden werden, überreicht. Erstmals veranstaltete die Stadt Naumburg im Jahr 1998 die Hessischen Pomologentage, die dem Apfel und anderen Obstsorten in all ihren Facetten gewidmet sind, so Naumburgs Erster Stadtrat Udo Umbach.

Das Engagement der Stadt habe dazu geführt, dass seither der Pomologen-Verein seine Mitgliederversammlungen und Tagungen regelmäßig in Naumburg abhält. Von den Oberdieck-Preisträgern gespendete Obstbäume werden seit fünf Jahren auf der von der Stadt zur Verfügung gestellten Oberdieck-Wiese gepflanzt. (Norbert Müller)

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