Kinderkunst für bunte Fenster

Aktion gegen Tristesse in der Naumburger Einkaufsmeile

Petra Landefeld stellt rund 80 der von Kindern gestalteten Holzhäuschen im Fenster des früheren Schuhgeschäfts Schorbach an der Unteren Straße in Naumburg aus.
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Hingucker hinter Glas: Petra Landefeld stellt rund 80 der von Kindern gestalteten Holzhäuschen im Fenster des früheren Schuhgeschäfts Schorbach an der Unteren Straße in Naumburg aus.

Statt Schuhen sorgen nun bunte Häuschen aus Holz für Aufmerksamkeit im Schaufenster des ehemaligen Schuhladens von Franz Schorbach in Naumburg.

Naumburg – Vor gut drei Jahren hat Franz Schorbach seinen Schuhladen in Naumburg an der Unteren Straße dichtgemacht. Von den Kindern wollte keiner die mehr als 100-jährige Familientradition fortführen. Schorbach ging in den verdienten Ruhestand, und ließ an den großen Schaufenstern die Jalousien herunter. Inzwischen sind rechts der Eingangstür die silbernen Lamellen wieder hochgezogen.

Gut 80 Exemplare, fantasievoll bemalte Unikate, hat Petra Landefeld, die Vorsitzende des Fördervereins Altstadt Naumburg im Schaufenster platziert – kleine Kunstwerke von Kinderhand koloriert und gestaltet. Und sehr wahrscheinlich werden auch bald im linken Schaufensterflügel weitere bunte Häuschen zu sehen sein.

„Das war eigentlich eine Aktion für die 850-Jahrfeier“

Dass die poppig-bunten Modelle mal die verwaisten Naumburger Schaufenster aufpeppen würden, war ursprünglich gar nicht geplant. Geschichtsverein und Förderverein hatten ganz andere Pläne, erzählt Landefeld. „Das war eigentlich eine Aktion für die 850-Jahrfeier.“ Im vergangenen Jahr stand das Stadtjubiläum an mit diversen Veranstaltungen. Die Fördervereinsvorsitzende war damals Mitglied in dem Ausschuss, der den Veranstaltungskalender vorbereitete.

Ziel sei es auch gewesen, dass sich möglichst viele Naumburger einbringen – auch die Elbetalschule, von der es bislang noch keine entsprechenden Signale gegeben habe. So sei dann die Idee mit den Häuschen, die sich zu einer Gemeinschaftsaktion von Geschichtsverein und Förderverein entwickelte, entstanden: Bei Landefelds hatte man schon früher mal aus schmalen Balken Häuserformen gesägt, die die Kinder anmalten.

Aktion wäre fast geplatzt

Entsprechende Balken hatte man noch auf Lager und Ehemann Marius war bereit, die Säge anzuwerfen und das Holz zu Modellen zu verarbeiten, die dann von Kindern der Schule farblich gestaltet werden konnten. Am Festwochenende, so der weitere der Plan sollten die Werke der Elbetalschüler dann ausgestellt werden.

Die Corona-Pandemie ließ die große Party platzen, das Stadtjubiläum wurde zunächst um ein Jahr verschoben, dann noch mal auf das Jahr 2025. Damit hätte dann auch das kleine Kunstprojekt abgehakt werden können. „Wir dachten dann, es wäre doch schade, wenn wir die Aktion verschieben würden, besonders für die Kinder“, sagt Landefeld. Und so überlegte man dann, wie und wo man eine passende Bühne finden könnte.

Bühne für das Kunstprojekt

Lange musste nicht überlegt werden, denn die ausgeräumten, abgehängten Schaufenster, von denen es mittlerweile in Naumburger so viele gibt, waren immer wieder Thema bei den Altstadt-Aktivisten beider beteiligter Vereine. Die sahen das Projekt nun auch ganz im Sinne des großen gemeinsamen Ziels, die Naumburger Altstadt zu beleben.

Schulkinder, die durch die Stadt marschieren, um Eltern und Großeltern dorthin zu führen, wo man ihr buntes Häuschen bewundern kann, waren da ganz im Sinne der Altstadtförderer.

Die ersten Häuschen wurden im kleinen Schaufenster der Geschichtsvereinsgeschäftsstelle platziert. Dann sprach Petra Landefeld Franz Schorbach und dessen Frau Karin an. „Franz war sofort begeistert“, beschreibt Karin Schorbach die spontane Reaktion ihres Mannes. „Wenn Kinder was machen, ist man doch sofort dabei.“

Wieder ein echter Hingucker

Jetzt also stehen die von Kindern der Elbetalschule gestalteten Holzmodelle in der Auslage des früheren Schuhgeschäfts und auch die Schorbachs freuen sich, dass ihr Schaufenster wieder ein echter Hingucker ist. Es gibt auch schon den nächsten Interessenten, der sein Schaufenster mit den Häuschen schmücken will, sagt Petra Landefeld.

Bis zum Herbst sollen die Häuschen nun in den Schaufenstern zu sehen sein, dann könnte man sie während einer Schulaktion verkaufen oder gegen eine Spende abgeben – das Ganze sinnvollerweise zugunsten des Fördervereins der Schule. „Dann hätten die Kinder, die ja entscheidend an der Aktion beteiligt waren, letztlich auch wieder was davon.“ Die Details, sagt Petra Landefeld, wolle man nun in den Sommerferien klären. Und in der Zwischenzeit können sich die Naumburger am Anblick der kleinen Werke erfreuen. (Norbert Müller)

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