Kleine Fee, die Wünsche erfüllt

Alexa: Naumburger Familie setzt im Alltag auf Amazon-Sprachassistent

Echo-Parade: Die Hegers – von links Lena, Caroline, Thomas und Lukas – mit unterschiedlichen Geräten, über die sie mit ihrer Sprachassistentin Alexa kommunizieren. Foto: Norbert Müller

Die Sprachassistentin Alexa hat im Hause einer Naumburger Familie Einzug erhalten. Nahezu in jedem Raum steht ein Echo-Gerät. Tücken des Systems bedachte die Familie aber trotzdem.

Naumburg – Das Zauberwort heißt Alexa. Wie oft es die Hegers am Tag in ihren vier Wänden rufen, können sie selbst nicht sagen. Aber Alexa ist wie eine Fee, die Wünsche erfüllt, und sie erfüllt über den Tag verteilt bei den Hegers in Naumburg eine ganze Menge.

Damit Alexa aber aktiv werden kann, braucht sie kleine Helfer. Die heißen Echo, und sie gibt es in unterschiedlichen Formen: klein wie ein Eishockey-Puck, dosenförmig, aber auch wie ein handlicher Bilderrahmen oder ein Radiowecker. Allen gemeinsam ist, dass sie eine Strippe für den Anschluss ans Stromnetz haben, ein Mikrofon, einen Lautsprecher und einen Zugang ins häusliche Wlan-Netz. Die teureren Echos haben zudem einen Bildschirm.

Die Hegers besitzen eine ganze Palette unterschiedlicher Echos: Insgesamt sind es inzwischen acht. Für nahezu jeden Raum einen, und sogar im Gartenhäuschen wird im Sommer ein Gerät aufgestellt, schließlich möchte man ja nirgends auf die Unterstützung von Alexa verzichten, sagt der 44-jährige Thomas Heger.

Alexa: Ursprünglich wollten sie ein neues Radio kaufen

Vor fünf Jahren waren Thomas Heger und seine Frau Caroline auf der Suche nach einem neuen Radio fürs Wohnzimmer. Und dabei stieß man auf ein Echo-Gerät. Sehr handlich, ohne Drehregler. Das Ding reagierte auf Zuruf. Aus purem Interesse an etwas Neuem, sagt Heger, habe er das Ding gekauft. Seitdem haben die Hegers Alexa im Haus.

Knapp 60 Euro hat der erste Echo gekostet, ein Abo für den Internet-Versandhändler Amazon musste auch noch her. Zuhause war der Echo schnell ins Wlan eingebunden, und dann konnte es losgehen.

„Alexa, wie wird das Wetter?“ Eine freundliche Frauenstimme aus dem Echo gibt sofort die passende Antwort. „Alexa, spiel’ Musik von Ed Sheeran.“ Das Gerät spielt. Alexa kann als virtuelle Eieruhr eingesetzt werden, Termine aus dem Kalender ansagen, Fragen beantworten, die man sonst im Netz googelt. Und noch viel mehr. Weil die Hegers den neuen Service nicht nur im Wohnzimmer genießen wollten, kamen bald weitere Echos dazu – fürs Bad, die Kinderzimmer, das Büro, das Nähzimmer.

Alexa: Selbst die Kinder nutzen die Sprachassistentin

Die Kinder setzen Alexa ein, wenn sie Musik oder Hörspiele hören wollen oder wenn sie für die Hausaufgaben im Internet recherchieren müssen. Alexa stellt auch unter den einzelnen Echos Sprechverbindungen her. 

Wenn Mutter Caroline in der Küche steht und eine Frage an die neunjährige Tochter Lena hat, die sich gerade in ihrem Zimmer aufhält, geht das mit Alexas Hilfe von Echo zu Echo. Das Gleiche funktioniert dank Internet auch weltweit zwischen Echo-Geräten. Wenn sie einen Monitor haben, wie zwei der Geräte bei den Hegers, hat man Bildtelefonie.

Thomas Heger hat das System inzwischen soweit, dass er die Thermostate der Heizkörper mit Alexas Hilfe regeln und auch Lampen über steuerbare Steckdosen ein und ausschalten kann. Auch der Fernseher ist vernetzt, ein Zuruf und Alexa schaltet. „Das ist alles sehr praktisch“, sagt Thomas Heger, der sich von der Sprachassistentin wecken und sich dann beim Zeitunglesen die neuesten Nachrichten einspielen lässt. „Alexa gehört zur Familie“, sagt er.

Anfangs hatte die Familie schon Bedenken bezüglich Alexa - Jetzt nicht mehr

Damit Alexa jederzeit Wünsche erfüllen kann, muss sie immer erreichbar sein. Das bedeutet aber auch, wenn die kleine Fee über die Echos ständig ihre Lauscher aufgestellt hat, sind die Hegers jederzeit auf Sendung. Zwar wird Alexa erst aktiv, wenn sie ihren Namen hört, aber ob da nicht auch zwischendurch irgendwo mitgehört und die Gespräche auf einem Server wer weiß wo gespeichert werden, wollen die Hegers nicht ausschließen.

Die ersten ein zwei Wochen, räumt der 44-jährige VW-Werker ein, habe er manchmal ein komisches Gefühl gehabt deswegen, aber längst sei die Unsicherheit abgehakt. „Wenn wir was Vertrauliches besprechen wollen, dann ziehen wir einfach den Stecker“, und dann bestehe ganz sicher keine Gefahr mehr, dass man abgehört werden könnte.

Klar mache man sich Gedanken darüber, wie sehr die Privatsphäre durch Alexa und die Echos geöffnet wird. „Aber sobald wir im Internet etwas suchen oder mit Karte zahlen, machen wir uns auch gläsern“, sagt Caroline Heger. Die 38-Jährige betont, dass man mit den Kindern viel über die Vorzüge der neuen Mitbewohnerin geredet habe, aber auch über die Tücken des Systems. Und von Anfang an habe man die Geräte so konfiguriert, dass keine kostenpflichtigen Dienste über das Abo hinaus genutzt werden können. Thomas Heger: „Man muss das schon kindersicher machen, damit nicht plötzlich die Bestellungen anrollen.“

Nach den Fenstern wird auch bald die Klingel mit Alexa verbunden

Keine Frage, Thomas Heger hat Spaß daran, digitale Hilfsmittel im Haus einzusetzen. Die Fenster haben Kontakte. Werden sie geöffnet, bekommt er eine Mitteilung aufs Handy. Das Gleiche gilt für die Rauchmelder, die vernetzt sind und ebenfalls bei Alarm eine Info auf das Smartphone von Thomas Heger, Naumburgs Stadtbrandinspektor, sendet. Seine Heizung kann er auch über sein Handy steuern.

„Das Nächste, was ich machen werde: Die Klingel an der Haustür wird mit einer Kamera kombiniert.“ Und mit den Bildschirm-Echos verbunden. Dann kann man auf den Monitoren sehen, wer unten vor der Tür steht. Alexa, die unsichtbare Fee, wird schon dafür sorgen.

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