„Wir müssen doch die Welt retten“

Für den Klimaschutz: Altenstädter Ehepaar fährt mit Trecker zu Demo in Berlin

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Auf geht es nach Berlin für Bernhard Wicke, Sirron Mirec und Joachim Löber. Bei der Firma Funke in Volkmarsen wurden die Trecker auf den Tieflader gepackt.

Altenstädt. Ganz früh machten sich Joachim und Beate Löber am Freitag  auf den Weg nach Berlin. Am Samstag nehmen sie mit 150 Mitstreitern an der "Wir haben es satt!"-Demo teil.

Gemeinsam mit ihrem Sohn und einem weiteren Biobauern beluden sie am Freitagmorgen den Tieflader mit drei Treckern und machten sich auf den Weg in die Landeshauptstadt. Am Samstag um 8 Uhr startet dann der Konvoi der bundesweiten „Wir haben es satt!“-Demonstration. Die Löbers machen sich bereits im neunten Jahr auf den Weg, um „die Welt zu retten“, wie Joachim Löber es gern formuliert. 

Sie wollen ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen

Ihnen geht es ganz klar nicht nur um einen Kampf zur Rettung bäuerliche Existenzen, sondern auch darum, etwas gegen die Zerstörung von Natur und Umwelt zu tun und ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen. Und dafür investieren sie Zeit und Geld. „Das kostet uns einen ganzen Jahresurlaub“, sagen die Löbers.

„Bei den Verhandlungen in Brüssel muss sich die Bundesregierung an die Seite der Bauern stellen, die Tiere artgerecht halten, insektenfreundliche Landschaften schaffen und gutes Essen herstellen“, so der 64-jährige Altenstädter. 

Es wird eine Petition an die Agrarminister überreicht

Und deshalb werden die Biobauern auch auf ihrer Trecker-Tour durch Berlin am Auswärtigen Amt Halt machen, um ihre Forderungen bei der europäischen Konferenz der Agrarminister vorzubringen. Dort wird Ministerin Julia Klöckner und den anderen Ministern eine Petition überreicht. Danach zuckeln die Treckerfahrer zum Brandenburger Tor.

Die Demonstration findet alljährlich parallel zur Grünen Woche, der Landwirtschaftsmesse, statt. „Wir haben damit aber nichts zu tun, im Gegenteil“, so Löber. Dort werde den Besuchern eine Traumwelt vorgegaukelt mit Streicheltieren, die es in der Realität nicht gebe. Die Bauernverbände seien mit ihrer Politik gescheitert.

Im Mittelpunkt der deutschen und europäischen Förderprogramme müssten künftig umwelt- und klimaschonender Ackerbau, Trinkwasserschutz, Tierwohl und der Artenschutz stehen, fordern die Organisatoren der „Wir haben es satt!“-Demo. Gülleflut, Insektensterben und das Dürrejahr 2018 zeigten, dass es so nicht weitergehen kann.

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