Lieber machen, als viel reden

Altenstädter Willy Gerhold mit Hessischem Verdienstorden ausgezeichnet

Ausgezeichnet: Staatssekretär Mark Weinmeister (links) überreichte den Hessischen Verdienstordens am Bande an Willy Gerhold. Rechts mit Blumen Gerholds Ehefrau Ingeborg.
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Ausgezeichnet: Staatssekretär Mark Weinmeister (links) überreichte den Hessischen Verdienstordens am Bande an Willy Gerhold. Rechts mit Blumen Gerholds Ehefrau Ingeborg.

Hohe Ehre für den Altenstädter Willy Gerhold: Europa-Staatssekretär Mark Weinmeister überreichte dem Urgestein aus dem Naumburger Stadtteil den Hessischen Verdienstorden am Bande.

Altenstädt – Und dabei ließ der Mann aus Wiesbaden keinen Zweifel, dass es viele gute Gründe gebe, Gerhold, der im Dezember 80 wird, mit dem Orden auszuzeichnen. Denn Willy Gerhold war auf vielen Feldern ehrenamtlich aktiv. Mit 17 stieg er in seinem Heimatort bei der Feuerwehr ein. Das war gewissermaßen der Start einer beeindruckenden  Laufbahn im Ehrenamt.

Bald schon war er stellvertretender Wehrführer, später, als Vorsitzender der Feuerwehr, dann auch Impulsgeber für eine Weiterentwicklung und Erneuerung der Wehr. 25 Jahre stand Gerhold an der Spitze. In seine Amtszeit als Feuerwehr-Vorsitzender fiel auch die Einführung neuer Angebote wie Familienwandertage, der Aufbau eines Maibaumteams, Busfahrten, Dorfkirmes und Klönabende, aber auch die Gründung eines Fördervereins für die Freiwillige Feuerwehr Altenstädt. Mit Mitgliedern des Fördervereins stellte er auch das Kartoffelfest in Altenstädt auf die Beine.

Die Altenstädter profitieren bis heute von Willy Gerholds Ideen und Engagement. So gründete er im Jahre 1996 die Initiative „50plus“, die Aktivitäten für Menschen über 50 zur Unterstützung der Dorfgemeinschaft organisiert. Wen wundert’s, dass er auch bei der Gründung des Backhausvereins mitmischte und beim Bau des Backhauses, in dem nach alter Tradition gebacken wird, anpackte.

Bei der Gründung des Erzählcafés, einer Veranstaltung rund um die Geschichte Altenstädts und die Traditionen Nordhessens, hatte der Vater zweier Söhne ebenso die Finger im Spiel, wie beim Naumburger Friedensforum 2018 zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges 100 Jahre zuvor.

Kommunalpolitisch war er in den 1980er-Jahren im Ortsbeirat aktiv. Seinerzeit ging es unter anderem um den Bau eines Feuerwehrgerätehauses mit Schulungsmöglichkeiten. In seiner Rolle als Seniorenbeauftragter der Stadt Naumburg setzte sich der gelernte Schlosser – bis zur Rente war er dann später Meister bei VW – für die Belange älterer Menschen in Naumburg und den Stadtteilen ein.

Und dann entdeckte Willy Gerhold das Feld der grenzüberschreitenden Städtepartnerschaften. Schon 1988 initiierte er die Städtefreundschaft mit Kaiserhagen in der damaligen DDR – samt Jugendaustausch noch vor dem Mauerfall. „Sein Engagement macht an den Stadtgrenzen von Naumburg nicht Halt“, brachte es Europastaatssekretär Mark Weinmeister auf den Punkt, denn neben Kaiserhagen hatte es Willy Gerhold auch die Freundschaft mit San Mauro Pascoli in Italien angetan. 2002 wurde Gerhold zunächst Mitglied im erweiterten Vorstand des Freundeskreises deutsch-italienische Partnerschaft Naumburg, 2007 übernahm er auch hier wieder als Lokomotive den Vorsitz.

Viele Bürgerbegegnungen fanden statt, Freundschaften wurden geschlossen, die Völkerverständigung in vielen Facetten gepflegt.

Das alles sei er getreu seinem Slogan „Nicht reden –sondern machen“, angegangen, sagte Gerhold nach der Laudatio. „Ehrenamt war für mich immer Ehrensache.“ Nur dank der vielen Helfer, auf die er sich in den all den Jahren immer habe verlassen können, „war ein Gelingen garantiert“. Und deshalb, so der Geehrte weiter, „möchte ich die heutige Ehrung symbolisch mit allen teilen“.

Vor allem aber müsse er sich bei seiner Frau Ingeborg bedanken, „die das alles mitgetragen und ertragen hat und immer mit Rat und insbesondere Tat dabei war“. (Norbert Müller)

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