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Auf der Suche nach der Enten-Gang

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Von: Norbert Müller

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Stall der Laufenten und Luca Schultes
Unterwegs auf dem Hof: Diese vier Laufenten der Familie Schultes sind über Nacht auf mysteriöse Weide verschwunden. © Luca Schultes/nh

Die „Enten-Gang“ ist weg. Über Nacht verschwunden. Es gibt keine Spur von dem Erpel und den Hennen

Naumburg – Für Luca Schultes, den Besitzer der Tiere, und auch seine Eltern gibt es keine Zweifel: Die Tiere sind gestohlen worden. Dass die beiden Erpel und zwei Enten sich auf ihre Paddel gemacht haben könnten und voller Entdeckerdrang in die weite Welt marschiert sind – schließlich handelt es sich bei den Tieren ja um flotte Laufenten – hält Familie Schultes für völlig ausgeschlossen.

Für ihre Version des dreisten Diebstahls und gegen die Variante eines kollektiven Auszugs haben sie jedenfalls plausibele Argumente. Luca Schultes und seine Eltern wohnen in Naumburg im Gewerbegebiet Eulenberg, Vater Peter hat einen Betrieb für Garten- und Landschaftsbau.

Entsprechend Platz hat die Familie für Gerät und Material ums Haus. Neben dem Gebäude hat man auch einen Bereich geschaffen für das Hobby der Familienmitglieder, die Tierhaltung. Neben Hund und Katze gibt es zwei Pferde, ein gutes Dutzend Hühner mit zwei Hähnen, und bislang gab es eben auch die Enten.

Freitagabend war Luca Schultes nicht zu Hause, aber der Vater hat die Tiere wie immer in den Stall geschafft

Gleich neben der Einfahrt zum Hof steht ein massiver Stall für die Pferde, der auch Unterstand für Kutsche, Heu und Stroh ist. Und dort ist, nicht einsehbar von der Zufahrtsstraße, dem Henschelweg, in die Ecke ein Geflügelstall gezimmert.

Professionell aus Spanplatten mit genügend Platz für Hühner und Gänse, die am Abend gemeinsam vom Auslauf hinter dem Stall in die Box geleitet werden. Die Tür wird dann geschlossen, erzählt Luca Schultes, der Türriegel umgelegt und ein Vorhängeschloss eingehängt.

So war es auch am Freitagabend. Da er selbst nicht zuhause war, habe Vater Peter die Tiere in den Stall geschafft, gefüttert und dann auch das Schloss eingehängt. Wie immer, sei das Schloss nicht zusammengeschoben, sondern nur eingehängt worden, um ein Öffnen durch die Tiere von innen oder von außen durch den Fuchs, der gerne mal zu Besuch kommt, zu verhindern.

„Normalerweise kommen einem die Enten gleich entgegen“, jedoch nicht so an diesem Samstagmorgen

Am Samstag, erzählt der 33-jährige Luca Schultes, sei sein Vater dann gegen 8 Uhr zum Stall gegangen, um das Geflügel auf die Freifläche zu lassen und die Pferde zu füttern. „Normalerweise kommen einem die Enten gleich entgegen.“ Nicht so an diesem Morgen. Während alle Hühner erwartungsvoll auf der Stange gesessen hätten, seien die Enten verschwunden gewesen.

Und nicht nur die Enten, sondern auch ihr komplettes Gelege – gut 15 Eier. Vor allem das spreche dafür, dass Diebe am Werk gewesen seien: „Ein Raubtier hätte nicht gezielt die vier Enten und die Eier ausgewählt und die Hühner in Ruhe gelassen“, so Luca Schultes.

„Ich habe mich dann gleich umgeschaut, ob die Enten irgendwo rumlaufen“, sagt Vater Peter, „ich habe das gesamte Gelände abgesucht“, aber von den Tieren und den Eiern fehlte jede Spur.

„Die Enten sind von den Dieben gezielt rausgesucht worden“, ist Peter Schultes überzeugt.

„Die Enten sind von den Dieben gezielt rausgesucht worden“, ist Peter Schultes überzeugt. Direkt neben der Stalltür habe sein Motorrad mit steckendem Schlüssel gestanden. Das habe die nächtlichen Besucher überhaupt nicht interessiert.

Die Familie meldete den Fall der Polizei. Eine Streife der Wolfhager Polizeistation kam vorbei und nahm eine Anzeige „wegen Diebstahl, beziehungsweise Hausfriedensbruch“ auf, bestätigt Polizeisprecher Karsten Turski.

Einbruchspuren habe man nicht finden können, ebenso wenig gebe es derzeit irgendwelche Hinweise auf den oder die Täter. Wer etwas gesehen habe, auch wo seit Samstag vier Laufenten aufgetaucht sind, möge sich bei der Polizei in Wolfhagen, 05692/98290, melden.

Familie Schultes hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die „Enten-Gang“ wieder auftaucht

Familie Schultes hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ihre „Enten-Gang“, wie sie das Quartett nennen, doch noch Wiedersehen könnten. Denn für den Kochtopf, sagt Vera Schultes, taugen die Laufenten nicht. „An den Tieren ist nicht viel dran. Die waren ja eher mager. Da hätte ich eher gedacht, unserem Hahn ginge es mal an den Kragen, weil der so früh kräht.“ (Norbert Müller)

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