Angler rätseln, wie der Fisch in den Fluss kam

Absolute Seltenheit: Junge angelt Hecht in der Elbe bei Naumburg

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Anglerglück: Finn-Frederick Meyer vom Angelsportverein Naumburg mit einem Hecht, den er in der Elbe gefangen hatte.

Naumburg. Dass es ausgerechnet der Fisch des Jahres 2016 sein sollte, den Finn-Frederick Meyer aus Philippinenburg und Mitglied im Angelsportverein Naumburg, in der kleinen Elbe bei Naumburg an den Haken bekam, hätte wohl niemand gedacht.

Abgesehen hatte es der Jugendangler eigentlich auf die wohlschmeckenden Bachforellen, die seit dem 1. April nach ihrer Schonzeit wieder beangelt werden dürfen. Und so versuchte er sein Glück an dem vom Angelsportverein gepachteten Teilstück der Elbe im Naumburger Mühlenholz.

Nach zwei erfolglosen Stunden am Gewässer bekam er den ersten Biss auf seinen kleinen Spinner - ein Kunstköder, mit dem sich vor allem Raubfische, wie es die Bachforelle eine ist, überlisten lassen. Schnell war ihm klar, dass da ein besonders großer Fisch am anderen Ende der Schnur hängt. Er traute seinen Augen kaum, als er einen Hecht sah, der sich seinen Spinner gepackt hatte.

Keine Hechte in der Elbe

In der Elbe ist ein solcher Fisch eine absolute Seltenheit. Die Fangmeldung verbreitete sich rasend schnell unter den Mitgliedern des Angelsportvereins. „Ein Hecht wurde in der Elbe meines Wissens noch nie gefangen!“, so der Vorsitzende Martin Draude.

Dieser knapp 50 Zentimeter lange Hecht durfte natürlich weiter schwimmen. Erstens hat der Hecht noch bis zum 15. April Schonzeit und darf nicht gefangen werden, zweitens kann dieses besondere Exemplar noch etwas wachsen.

In großen Gewässern, wie beispielsweise dem Edersee, in dem ein guter Hechtbestand existiert, erreichen die Fische nicht selten eine Größe von über einem Meter und ein Gewicht von über 30 Pfund. Wie der Hecht überhaupt in die Elbe gekommen ist, darüber lässt sich nur mutmaßen: möglicherweise ist er bei Besatzmaßnahmen von kleinen Bachforellen dazwischen gerutscht.

Wie kam der Hecht da hin?

Auch denkbar ist, dass der Hecht aus der Eder von Fritzlar aus die Elbe hoch geschwommen ist und dabei alle Hindernisse überwinden konnte. Eine andere, jedoch sehr unwahrscheinliche Theorie ist, dass Enten befruchteten Hechtlaich an den Füßen klebend mit in das Gewässer getragen haben, der sich dann dort entwickelt hat. Wie auch immer es der Hecht geschafft hat, in die Elbe zu kommen, für Finn-Frederick wird es wohl ein Fang sein, den er so schnell nicht vergisst.

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