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Durchlässigkeit der Elbe soll in diesem Jahr in Naumburg hergestellt werden

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Von: Norbert Müller

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Das Elbe-Wehr an der Fritzlarer Straße. Am oberen Bildrand ist Hauptamtsleiter Thomas Fingerling zu sehen.
Kein Durchkommen: Das Elbe-Wehr an der Fritzlarer Straße zwischen Hummelwerkstatt und dem Hof Vorpahl hindert die Wasserlebewesen daran, bachaufwärts zu ziehen. Das Wehr soll 2023 beseitigt werden. Im Hintergrund Naumburgs Hauptamtsleiter Thomas Fingerling. © Norbert Müller

Was sind die zentralen Vorhaben in diesem Jahr in den Städten und Gemeinden des Wolfhager Landes? Wir haben mit den Bürgermeistern gesprochen. Heute der Jahresausblick für Naumburg.

Naumburg – Neues Jahr, neue Aufgaben: Auch für 2023 hat die Stadt Naumburg einiges auf der Agenda, was es abzuarbeiten gibt, Projekte, die auf ihre Realisierung warten. Den Haushalt für dieses Jahr, in dem das Geld für einen Großteil der Vorhaben eingestellt ist, hat Bürgermeister Stefan Hable bereits im Parlament präsentiert. Sobald die Stadtverordneten dem Etat ihren Segen geben und auch die Aufsichtsbehörde ihr Okay signalisiert, kann es losgehen.

Breitbandausbau

Es gibt auch zukunftsweisende Projekte, die den Etat der Stadt nicht belasten. Als Beispiel nennt Bürgermeister Hable den Breitbandausbau in der Kernstadt. Der soll in diesem Jahr starten, nachdem im vergangenen Jahr die Deutsche Glasfaser auf ein mehr als ausreichend großes Interesse bei den Haushalten für einen Anschluss an die schnelle Datenautobahn gestoßen ist. Anschlüsse, die eine Datenübertragung mit 1000 Mbit pro Sekunde erlauben, können sich die Naumburger dann von der Firma ins Haus legen lassen.

Stefan Hable, Bürgermeister
Stefan Hable, Bürgermeister © Reinhard Michl

Von Balhorn kommend soll der zentrale Glasfaserstrang in die Stadt gelegt werden bis zur Verteilstation am Kronbergweg neben der Schmiede. Von dort werden die Leitungen weiter durch Straßen und Gassen zu den einzelnen Haushalten gezogen. Die Deutsche Glasfaser habe für diesen Ablauf im vergangenen Jahr ihre Zusage gegeben. Hable: „Ich gehe davon aus, dass der Breitbandausbau dann auch bald Fahrt aufnimmt.“

In den Stadtteilen ist man da schon weiter. In Altenstädt, Elbenberg, Altendorf und Heimarshausen soll in diesem Jahr der Breitbandausbau „vollständig abgeschlossen werden“.

Bauplätze

Eine Investition in die Zukunft ist auch das Schaffen von Bauplätzen. Dabei verzichtet man aber inzwischen in Naumburg auf das Prozedere früherer Jahre, als großflächig Baugebiete geschaffen wurden. Flexibilität ist nun das Stichwort bei der Bereitstellung städtischer Parzellen für Bauwillige. Die Verfahren zur Aufstellung der Bebauungspläne „Hinterm Kuhberg II“ in der Kernstadt und am „Heckenrain“ in Elbenberg sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Hierbei geht es um zusammen 24 Bauplätze. Dazu kommen jeweils sechs städtische Plätze in Altenstädt und Altendorf.

„Da es sich bei den zur Bebauung vorgesehenen Arealen überwiegend um Flächen handelt, die bereits im Eigentum der Stadt standen, gibt es hier für die Stadt keinen großen Handlungsdruck“, sagt der Verwaltungschef. Was den Erschließungsbeginn betrifft, könne man sich an der tatsächlichen Nachfrage orientieren.

In Altenstädt und Altendorf sei man im Verfahren so weit, dass die Plätze sofort erschlossen werden können und damit bebaubar sind, sobald sie nachgefragt werden.

„Die Situation wäre eine andere, wenn man für die Bereitstellung der Baugrundstücke in großem Maße Fremdflächen hätte erwerben müssen“, erklärt Hable. So wie in der Vergangenheit. Da entstanden dann der Stadt jeweils erhebliche Kosten, die für einen deutlichen „Refinanzierungsdruck durch Baugrundstücksverkäufe“ sorgten.

Dorferneuerung

Aber nicht nur Neubauten hat die Stadt im Blick. Die Aufwertung der Altortslagen ist ein besonderes Anliegen und soll durch die Dorferneuerung forciert werden. Die Stadt mit allen Stadtteilen wurde in das Förderprogramm aufgenommen. Das Kommunale Entwicklungskonzept für die Dorferneuerung, gewissermaßen der Fahrplan für das bis 2028 laufende Programm, soll in diesem Jahr erstellt werden. Erste private und auch öffentliche Projekte, schätzt der Bürgermeister, könnten dann 2024 starten.

Barrierefreiheit

In allen Stadtteilen sollen die wichtigsten Bushaltestellen barrierefrei umgestaltet werden. In diesem Jahr soll mit den Haltestellen in der Kernstadt (Untere Straße und Im Hain) sowie in Altenstädt (Kasseler Straße) begonnen werden. Hierfür waren bereits im Etat 2022 rund 130 000 Euro eingestellt, die sofort zur Verfügung stehen. Im Haushalt 2023 sind weitere 100 000 Euro eingeplant, und 2024 sollen 80 000 Euro folgen. Vom Land gibt es für die Umbauten jeweils erhebliche Zuschüsse, zusammen rund 231 000 Euro.

Das Foto zeigt einen Bus und die Haltestelle in Altenstädt an der Kasseler Straße.
Wir umgebaut: Die Stadt wird in diesem Jahr beginnen, ausgewählte Haltestellen wie die in Altenstädt an der Kasseler Straße (Foto) behindertengerecht umzubauen. © Norbert Müller

Durchlässige Elbe

Die Elbe soll durchlässiger werden, damit die Lebewesen in dem Bach sich ungehindert zwischen der Quelle nahe Freienhagen und der Mündung in die Eder bei Geismar bewegen können. Lange sei geplant worden, nun sollen in diesem Jahr die ersten Fließhindernisse in der Elbe beseitigt werden. Zum Auftakt soll das Beton-Wehr an der Fritzlarer Straße vor dem Hof Vorpahl abgeräumt werden.

Feuerwehr

Damit die Feuerwehren mit ihrer Ausrüstung auf der Höhe der Zeit bleiben, gibt es für die Einsatzabteilungen in Altendorf und Altenstädt jeweils ein neues Fahrzeug. Die Altenstädter Wehr erhält ein Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik im Wert von rund 120 000 Euro, die Altendorfer erwartet ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Löschwassertank (140 000 Euro). Für die Anschaffung gibt es jeweils Zuschüsse. Außerdem wird in Altenstädt im Bereich der Jagdhausstraße für 30 000 Euro eine moderne Sirene aufgestellt.

Freibäder

Das Dach des Gebäudetrakts am Naumburger Freibad Aquarena ist undicht und soll nach Abschluss der Saison saniert werden. Laut Bürgermeister Hable wird die Stadt hierfür 100 000 Euro investieren. Für 60 000 Euro wird im Freibad in Heimarshausen ein Schwallwasserrückhaltebehälter eingebaut, der den Wasserverbrauch deutlich reduzieren soll. Die beiden Posten stehen im noch nicht genehmigten Haushalt. Hable: „Auch hier rechnen wir mit Zuschüssen.“ Ums Wasser geht es auch in Elbenberg. Dort erhält der TSV einen Zuschuss von der Stadt für die Installation einer „nachhaltigen Rasenbewässerung“ für den Sportplatz.

Regenerative Energien

Ob es im Bereich des Alten Waldes doch noch zum Bau von Windrädern kommt, ist weiter offen. Alles hängt von den Fritzlarer Heeresfliegern ab, die den Bau bislang aus Sicherheitsgründen ablehnten. „Wir rufen alle 14 Tage bei der Bundeswehr an“, sagt Stefan Hable, „aber wir kriegen keine Antwort.“

Für zwei Fotovoltaik-Projekte ist dagegen alles klar: Auf dem Dach des Rathausanbaus und auf dem Dach der Zentralkläranlage sollen in diesem Jahr jeweils Anlagen installiert werden.

„Wir wollen damit übers Jahr mindestens so viel Strom produzieren, wie wir im Rathaus und mit der Kläranlage verbrauchen“, erklärt der Bürgermeister. Und: „Weitere Anlagen sollen folgen.“ Als mögliche Orte nennt Hable die Dächer von Gemeinschaftshäusern, Feuerwehrhäusern und das Dach des Bauhofs.

Notstrom

„Wir fangen damit an, die kritische Infrastruktur auf die Versorgung mit Notstromaggregaten vorzubereiten“, so der Verwaltungschef. Im Klartext bedeute das, dass zunächst am Rathaus, am Haus des Gastes und am Feuerwehrgerätehaus Zugänge geschaffen werden, wo der Strom von den Hilfsgeräten eingespeist werden kann. Das sei eine technische Herausforderung, da Voraussetzung zum Einspeisen das Abkoppeln der Gebäude vom EAM-Netz sei.

Gleichzeitig sei auch die Anschaffung von drei Notstromaggregaten vorgesehen. Anschlüsse an den Wasserwerken in Naumburg und Heimarshausen und für den Hochbehälter in Elbenberg sowie der Kauf dreier weiter Stromerzeuger sollen folgen.

Wasser und Abwasser

Mit den Planungen zur Sanierung des Wasserwerks Heimarshausen soll in diesem Jahr begonnen werden. „Dort läuft es wohl auf einen Neubau hinaus, um es auf den neuesten Stand zu bringen“, sagt Hable. Für die Kläranlage in Altenstädt ist die Beschaffung einer Klärschlammpresse vorgesehen. Mit dem Gerät sollen die Klärschlamm-Entsorgungskosten reduziert werden. (Norbert Müller)

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