Geringe Zahl teilnehmender Vereine

Kritik an Sportart: Naht das Ende von Futsal?

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Pokale: Die Trophäen, die Kreisfußballwart Stefan Schindler bei den Hallenkreismeisterschaft verteilt, tragen auch das Wappen des Hessischen Fußballverbandes. Der verlangt, dass sie nach den Futsal-Regeln ausgetragen wird. Doch diese Regeln sind bei den Fußballvereinen umstritten.

Die Zukunft der Hallenkreismeisterschaft (HKM) im Fußballkreis Hofgeismar-Wolfhagen nach den Futsal-Regeln ist offen.

Bei einer Vereinsvertretersitzung in Elbenberg gab es einerseits Kritik an der geringen Zahl der teilnehmenden Vereine, andererseits wurde aber auch Futsal insgesamt infrage gestellt. Jetzt soll eine Arbeitsgruppe Möglichkeiten ausloten, wie es mit der Hallenkreismeisterschaft weitergeht.

Zunächst war es Kreisfußballwart Stefan Schindler, der das Thema bei der Sitzung am Samstag ansprach. Seine Kernaussagen:

• Der Hessische Fußballverband verlangt, dass nach Futsal-Regeln gespielt wird.

• Ein von allen akzeptierter Termin ist schwer zu finden: erst sind Weihnachtsfeiern, dann Traditionsturniere (Sand, Immenhausen) und dann folgt die Vorbereitungsphase auf die Restsaison.

• Auch wenn nach herkömmlichen Regeln gespielt wird, ist das Interesse nicht größer. • Vereine haben auch eine Verpflichtung gegenüber dem Fußballkreis und sollen dieser nachkommen, indem sie ein Team zur HKM senden.

Hallenkick und Futsal sind nicht vergleichbar

Man überlege zudem, falls die HKM weiter stattfindet, dass der Titelträger die nächste Meisterschaft ausrichte. Die SG Diemeltal habe schon signalisiert, dass sie dies machen möchte. Es hätte zudem den Vorteil, dass der Titelverteidiger antrete, was in diesem Jahr nicht der Fall gewesen sei.

Andreas Weinreich (FSV Dörnberg) wies darauf hin, dass die HKM eine der wenigen Möglichkeiten biete, einen Titel zu holen. „Keiner erzählt später mal: ,Wir sind Siebter geworden.‘ Aber wenn man einen Meistertitel holt, dann erinnert man sich auch noch Jahre später daran“, nannte er die Vorteile einer HKM. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass der normale Hallenkick und Futsal zwei nicht vergleichbare Varianten des Fußballs sind. Weinreich: „Das ist wie beim Schwimmen Freistil und Brustschwimmen.“

Letzteres sahen auch die Kritiker des Futsals so. Vor allem Marcus Albrecht (SV Riede) fand deutliche Worte. „Viele Spieler haben keine Lust auf diesen Mist.“ Selbst Jugendliche, wo schon seit Jahren nach den Futsal-Regeln gespielt werde, seien nur schwer bei der Stange zu halten. Sein Fazit zu den HKM nach den vom HFV verordneten Futsal-Regeln: „Ein tot geborenes Kind.“ Auch aus anderen Vereinen waren skeptische Worte zu hören.

Ausschuss beschäftigt sich mit Vorschlägen

Man sei offen für alles, sagte Schindler. Deshalb führe man ja diese Diskussion. Aber, wiederholte er die Regelung: Eine offizielle HKM müsse nach Futsal-Regeln gespielt werden. Sonst könne der Kreissieger auch nicht auf Landesebene am Turnier teilnehmen.

Dieser Anreiz freilich ist für die Vereine eher gering. Sie sind mit einer langen Fahrt verbunden und zudem sind die Siegchancen gering. In Südhessen gebe es Mannschaften, die auf Futsal spezialisiert sind und gegen die man ohnehin kaum Chancen habe. Am Namen Hallenkreismeisterschaft hänge man auch nicht, hieß es weiter seitens einiger Vereine. Man könne die HKM ja Hallenmasters nennen, dann sei man nicht auf die HFV-Regelung angewiesen. Jetzt wird sich ein Ausschuss mit den Vorschlägen beschäftigen.

Ein möglicher Ausweg wurde bereits in Elbenberg angesprochen. Möglicherweise mischt man Regeln des „normalen“ Hallenfußballs und des Futsals. So könnte beispielsweise der leichtere Futsal--Ball übernommen werden, die Strafstoßregelung nach Fouls oder die Spielerwechsel-Modalitäten verändert werden. Schindler sagte zu, in dieser Richtung Gespräche mit dem HFV zu führen. Vielleicht erhalte man ja eine Ausnahmegenehmigung, um Neues auszuprobieren.

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