Start mit Mut und viel Arbeit

Ferienhof Schneider in Heimarshausen besteht seit 50 Jahren

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Sind stolz auf die Entwicklung ihres Pferdehofes: Hans-Walter, Wolfgang, Regina und Margret Schneider (von rechts) mit Consul, einem von fast 40 hofeigenen Pferden und dessen Betreuerin Caro Wehrle. 

Es gehörte schon eine ordentliche Portion Optimismus dazu, in einem fremden Ort, dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, ein altes Haus zu kaufen und es in ein florierendes Gasthaus umbauen zu wollen. Vor einem halben Jahrhundert hatte eine junge Frau aus Oberelsungen den Mut, genau das zu tun.

Der Liebe wegen, erinnert sich Margret Schneider, war sie damals von Oberelsungen nach Heimarshausen gezogen, hatte Ende 1968 die alte Schule gekauft und damit begonnen, ihren Traum von der Selbstständigkeit zu realisieren. Seit nunmehr 50 Jahren besteht der Ferienhof Schneider in dem kleinen Naumburger Stadtteil Heimarshausen und hat sich zu einem touristischen Schwergewicht in der Region gemausert.

Am Anfang gab es aber erst mal jede Menge zu tun. „Wir haben Tag und Nacht gearbeitet“, erinnert sich Margret Schneider. Schon nach wenigen Monaten, Anfang 1969, wurde eröffnet: „Mit sechs Zimmern ging es los“, sagt sie, „fließend warmes und kaltes Wasser und ein Klo für alle“. Die ersten Gäste kamen, wie damals auch andernorts üblich, aus Berlin und aus dem Ruhrgebiet. „Die brauchten frische Luft, ordentliches Essen und ein Bier“, blickt die Unternehmerin zurück. Und Schneiders in Heimarshausen hatten es im Angebot. Weil der Betrieb gut anlief, wurde noch im selben Jahr die Schulscheune zum Gästehaus ausgebaut, bislang lebten die Schneiders mit ihren Gästen unter einem Dach.

„Als das dritte Kind kam, 1977 war das, haben wir dann das große Gästehaus gebaut. Alle Zimmer mit Balkon, Dusche und WC.“ In dieser Zeit gab es dann auch eine Veränderung bei den Gästen: „Mit dem Wandel im Ruhrgebiet hat sich auch unsere Klientel gewandelt.“ Es kamen weniger Westfalen, dafür aber zunehmend Leute aus dem Rhein-Main-Gebiet, gut situierte Familien aus dem Speckgürtel rund um Frankfurt.

Auf diese Leute stellte man sich dann schnell ein. Der Ferienhof Schneider baute seinen Bereich rund um die Pferde aus. „Wir haben jetzt mehrere Bereiche, die gut laufen“, sagt Sohn Wolfgang Schneider, der seit gut 30 Jahren das Familienunternehmen leitet, in dem neben seiner Frau Regina auch weiter Margret und ihr Mann Hans-Walter Schneider fest eingebunden sind.

Zur Kernkundschaft des Ferienhofes gehören heute Familien mit Kindern im reitfähigen Alter, erwachsene Reiter, die gerne auch ihre eigenen Pferde mitbringen und in jüngster Zeit zunehmend Großeltern mit ihren Enkeln, die sich auch für Pferde begeistern. Bei mittlerweile knapp 40 eigenen Pferden – vom Isländer über deutsches Warmblut, Kaltblüter bis zum Pony – ist für jeden das passende Tier dabei. Ein großer Reitplatz und eine moderne Halle gehören längst zur Ausstattung des Hofes. Und ein festangestellter Reitlehrer bietet Unterricht an.

Der zunächst als Beherbergungsbetrieb gegründete Ferienhof ist längst auch gastronomisch eine Adresse. Wolfgang Schneider ist als Küchenchef mit Meistertitel die zentrale Figur im Restaurant und stolz darauf, dass man zu den wenigen handwerklichen Küchenmeisterbetrieben der Region zählt.

Im Sommer wollen die Schneiders das 50-jährige Bestehen ihres Ferienhofes feiern und wohl auch den Mut von Margret Schneider, die mit ihrer Einschätzung vor einem halben Jahrhundert richtig lag, dass man auch – oder vielleicht sogar gerade – in der Abgeschiedenheit Heimarshausens einen florierenden Gastronomiebetrieb auf die Beine stellen kann.

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