Tintenfischpilz wurde eingeschleppt

Stinkender Pilz breitet sich im Wald aus

Fällt auf: Der Tintenfischpilz ist mit seinen roten Armen nicht zu übersehen. Im Hintergrund Georg Smolarczyk und Hund Cody, der die Pilze auf dem Naumburger Kuhberg entdeckt hat.
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Fällt auf: Der Tintenfischpilz ist mit seinen roten Armen nicht zu übersehen. Im Hintergrund Georg Smolarczyk, der die Pilze auf dem Naumburger Kuhberg entdeckt hat.

Sie sind feuerrot, stinken nach Aas und erinnern mit ihren Armen an Kraken oder Tintenfische. Und diese Ähnlichkeit hat dem Pilz, der sich auch im Wolfhager Land immer weiter ausbreitet, seinen Namen gegeben: Krakenpilz oder Tintenfischpilz.

Naumburg - Im vergangenen Jahr hat ihn Georg Smolarczyk bei einem Spaziergang mit seiner Frau im Wäldchen des Kuhbergs in Naumburg zum ersten Mal gesehen. „Meine Frau hat ihn damals entdeckt und dachte zuerst, da hat jemand ein Stück Plastik weggeworfen, weil das Ding so knallrot war“, erinnert er sich. Bei genauerer Betrachtung hat er dann gesehen, dass es sich bei dem vermeintliche Kunststoffteil um ein seltsames Gewächs am Waldboden handelt.

Etwa an der gleichen Stelle des kleinen Trampelpfades hat er vor wenigen Tagen wieder Exemplare der Art gesehen. „Es sind schon deutlich mehr als im vergangenen Jahr“, sagt Smolarczyk, der sich mit einheimischen Pilzen gut auskennt, auch selbst für leckere Gerichte sammelt. Vom Tintenfischpilz, lässt er die Finger: „Der ist zwar nicht giftig, aber auch nicht genießbar.“

Inzwischen weiß der Naumburger, der am Rand des Kuhberges wohnt, schon recht gut Bescheid über das feuerrote Gewächs, das ähnlich einer Stinkmorchel aus sogenannten Hexeneiern entspringt. Das sind unscheinbare, blassgelbe Knollen, die aufreißen und die roten Arme freigeben.

Heimisch ist der Tintenfischpilz in Australien, Neuseeland, den Malayischen Inseln und Tasmanien. In Europa wurde er erstmals im Jahr 1913 entdeckt, und zwar in den Vogesen. In Deutschland wurde er in den frühen 1930-er Jahren gesichtet. Wie der Pilz nach Europa kam, ist nicht ganz sicher. Man vermutet, dass Sporen des Pilzes mit Wolltransporten eingeschleppt wurden.

Auf dem Naumburger Kuhberg scheint er sich jedenfalls recht wohl zu fühlen, offenbar, sagt Georg Smolarczyk, komme dem Pilz, dessen Sporen von Fliegen weitergetragen werden, die aktuelle Witterung entgegen.

Von Norbert Müller

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