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Förderverein präsentiert sanierten Keller im Graf-Volkwin-Haus

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Von: Norbert Müller

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Musikalisches im Halbstunden-Takt: Alexander Reisewitz (links) unterhielt die Besucher im mittelalterlichen Gewölbekeller mit Liedern aus mehreren Jahrhunderten.
Musikalisches im Halbstunden-Takt: Alexander Reisewitz (links) unterhielt die Besucher im mittelalterlichen Gewölbekeller mit Liedern aus mehreren Jahrhunderten. © Norbert Müller

Es gibt einen neuen Raum für Kultur in der Altstadt von Naumburg. Der Förderverein saniert das gesamte Graf-Volkwin-Haus.

Naumburg – Da scheint sich mitten in der Naumburger Altstadt ein kleiner, feiner Kulturtempel zu entwickeln: Am Mittwoch präsentierte der Förderverein Altstadt Naumburg in seinem vor dem Abriss geretteten Haus an der Graf-Volkwin-Straße den bis auf Restarbeiten fertiggestellten mittelalterlichen Gewölbekeller. Und dabei zeigte man gleich einen der möglichen künftigen Programmschwerpunkte in der urigen Räumlichkeit.

Dort, wo einst Lebensmittelvorräte, wie zum Beispiel Kartoffeln und Rüben und später auch Kohle lagerten, war am Mittwoch Musikgenuss angesagt: Alexander Reisewitz hatte in seinem Notenarchiv gekramt und ein Programm mit Keller- und Weinliedern zusammengestellt.

Von 17 bis 19 Uhr waren Haus und Keller geöffnet, und Reisewitz unterhielt mit Liedgut aus der Zeit ab 1575, wobei er einräumte, dass er nur wenige typische Kellerlieder habe auftreiben können. Also gab es dann umso mehr Wein- und Trinklieder, für die man sich auf der Etage über dem Keller mit entsprechenden Getränken versorgen lassen konnte.

Naumburger Keller hat eine erstaunlich gute Akustik

Der Sänger begleitete sich selbst auf der Gitarre und lobte hinterher die „erstaunlich gute Akustik im Raum“. Die war in dieser Form vor einem guten halben Jahr allerdings noch nicht vorhanden. Da bestand der Boden noch aus dem Material, was in den vergangenen Jahrhunderten mit den Feldfrüchten eingetragen wurde.

Kunst in der Nische: Uwe Bächt freut sich über die Erdmännchen aus Ton von Ulli Hippmann.
Kunst in der Nische: Uwe Bächt freut sich über die Erdmännchen aus Ton von Ulli Hippmann. © Müller, Norbert

Die verdichtete Erde wirkte nämlich schalldämpfend und hätte kaum getaugt für kleine musikalische Veranstaltungen, Lesungen und Ausstellungen, für die der Förderverein künftig den Keller verstärkt nutzen möchte. Aber auch die Vermietung des Raumes für private Feiern könne man sich gut vorstellen.

Ende April hatten die Aktiven des Vereins damit begonnen, den Erdboden auszuheben. Damit kam man gut einen halben Meter tiefer und schaffte damit Platz für eine dicke Isolierschicht aus Schaumglasschotter, auf die ein Vlies gezogen wurde, ehe von einer Fachfirma Sandsteinplatten in einer weiteren Schicht aus feinem Grus verlegt wurden.

Das Haus in Naumburg soll weiter Stück für Stück renoviert werden

Nun ist der Boden nicht nur sauber, trocken und weniger kalt, der neue steinerne Belag, so Alexander Reisewitz, der hauptberuflich als Tontechniker arbeitet, dürfte auch den entscheidenden Beitrag für die gute Akustik liefern.

Und so verläuft die Sanierung des historischen Hauses – nachdem bereits Dach und Fassaden denkmalgerecht erneuert wurden – im Haus von unten nach oben. In den oberen Etagen konnten sich die zahlreichen Besucher dann auch noch ein Bild davon machen, dass noch viel Arbeit vor dem Förderverein liegt. Aber sie bekamen auch eine Ahnung, welches Potenzial dieses Gebäude auch jenseits seines in der Altstadt nun einzigartigen Kellers hat.

Dass die Räume mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre auch jetzt schon nutzbar sind, zeigte unter anderem eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin Bettina Richter – und auch die Versorgungsstation, wo Schmalzbrote, gekühlte Getränke und Glühwein für die Besucher angeboten wurden.

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