Fundsachen für eine bunte Altstadt

Förderverein versteckt von Kindern bemalte Ostereier in Naumburg

Bunte Fundsachen: Die Geschwister Till und Charlotte mit einer Auswahl der Ostereier, die ab Karfreitag in der Naumburger Altstadt zu finden sein werden.
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Bunte Fundsachen: Die Geschwister Till und Charlotte mit einer Auswahl der Ostereier, die ab Karfreitag in der Naumburger Altstadt zu finden sein werden.

Ein bisschen Farbe noch vor Ostern in die trübe Corona-Zeit bringen, das ist die Absicht einer Aktion des Fördervereins Altstadt Naumburg. Ab Karfreitag können sie gefunden werden.

Naumburg – Ein bisschen Farbe noch vor Ostern in die trübe Corona-Zeit bringen, das ist die Absicht einer Aktion des Fördervereins Altstadt Naumburg (FAN).

Dazu malen schon sei einigen Tagen kleine Gruppen von Kindern – immer Geschwister, um die Sicherheitsbestimmungen während der Coronakrise sauber einzuhalten – mit viel Fantasie und Begeisterung kleine bunte Kunstwerke, die vor Ostern in der Naumburger Altstadt deponiert werden. Passanten, die die kleinen Werke finden, dürfen sie als Geschenk mit nach Hause nehmen.

Die Idee zur Oster-Aktion hatten Mitglieder des Fördervereins bereits kurz vor Einführung der aktuellen Einschränkungen, als Versammlungen noch erlaubt waren und man sich zum Pläneschmieden treffen konnte. Ostern, sagt FAN-Vorsitzende Petra Landefeld, hatte man da bereits im Blick, Vorstellungen, wie man im Bereich der Altstadt nette, bunte Akzente setzen könnte, gab es einige.

Echte Eier? Plastikeier? Ausgeblasene Hühnereier?

Alles lief dann darauf hinaus, bunte Ostereier zu platzieren. Die gängigen Plastikkugeln sollten es nicht sein, echte Eier schienen auch nicht wirklich praktikabel. Also experimentierte man mit ausgeblasenen Hühnereiern, die mit flüssigem Fertigzement gefüllt wurden. Nach dem Aushärten sollten sie bemalt werden. Der Aufwand, so Petra Landefeld, war aber einfach zu groß. Und so fand sich eher durch Zufall die finale Variante.

Als Material schien der ausgehärtete Fertigzement bestens geeignet: Er hält Stöße aus, ist wetterunempfindlich, und vor allem lässt er sich mit nahezu allen gängigen Farben problemlos bemalen. Bloß das Informbringen bereitete zunächst Kopfzerbrechen. Bis Petra Landefeld in ihrem Küchenschrank eine Backform in die Hände fiel. Die Form aus Silikon hatte sechs Vertiefungen, um mit Teig gefüllt zu werden. Das fertige Produkt: kleine Eierküchlein. Was mit Teig funktioniert, kann auch mit Fertigzement, oder, wie Vorsitzende Landefeld sagt, „mit Beton“ funktionieren.

Und schon wurde das Füllmittel aus dem Baumarkt, das noch im Keller lagerte, in die Formen gegossen. Nach dem Aushärten ließen sich die leicht überdimensionierten Ei-Hälften spielend leicht aus der Form nehmen. „Die Produktion der Eier war simpler als zunächst gedacht“, sagt Petra Landefeld, die daraufhin in die Serienproduktion einstieg, sodass letztlich 60 hellgraue Rohlinge entstanden. Mehr sollten es nicht sein, schließlich soll den kleinen Kunstwerken, die in der Altstadt zu österlichen Fundsachen werden sollen auch noch ein Hauch von Exklusivität anhaften.

Naumburger Kinder bemalten die Betoneier

Für die individuelle Gestaltung fanden sich ganz schnell die passenden Künstler, die sich mit Eifer an die Gestaltung machten. Da waren zunächst Landefelds Kinder Charlotte und Till und deren Freunde Antonia und Laurens Mentel, die sich mit Pinsel und Acrylfarben ans Werk machten. Verstärkung kam von weiteren Freunden aus der Stadt, auch jeweils Geschwister, um die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten.

Haben sich beteiligt: Antonia und Laurens Mentel mit ihren kleinen Kunstwerken.

Jetzt müssen die bunten Hingucker nur noch platziert werden. „Ab Karfreitag können die kleinen Kunstwerke in der Naumburger Altstadt gesucht werden“, sagt Petra Landefeld. „Wer eines der Beton-Eier findet, der darf es natürlich behalten.“ Für das kommende Jahr, sagt die Fördervereinsvorsitzende, wenn die Coronakrise Vergangenheit sei, habe man für Ostern bereits weitergehende Pläne.

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