Anita Loskant restauriert fast vergessene Tafeln

Frische Farben für Naumburger Märchenbilder

Mittendrin in der Welt der Märchen: Anita Loskant hat auf Initiative des Fördervereins Altstadt Naumburg Bilder, die die Hauptgeschäftsstraße bis zum Marktplatz bunter machen sollen, restauriert.
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Mittendrin in der Welt der Märchen: Anita Loskant hat auf Initiative des Fördervereins Altstadt Naumburg Bilder, die die Hauptgeschäftsstraße bis zum Marktplatz bunter machen sollen, restauriert.

Die Naumburger Hobbymalerin Anita Loskant hat fast vergessene Märchenbilder restauriert und ihnen zu neuem Glanz verholfen.

Naumburg - Jetzt glänzen sie wieder, und die kräftigen Farben strahlen, gerade so wie vor fast einem Vierteljahrhundert, als die großen Tafeln mit Szenen aus der Märchenwelt geschaffen wurden. Mit Pinsel und Acrylfarbe hat Anita Loskant die Bilder aufgefrischt, damit sie bald wieder die Hauptgeschäftsstraße Naumburgs und den Marktplatz schmücken.

Die heute 70-jährige Naumburgerin kennt die nahezu mannshohen Bildtafeln gut. 1997 war die damalige Touristikerin in Diensten der Stadt Naumburg erste Wahl, als Gewerbeverein und Kommune mehr Pep in den Weihnachtsmarkt bringen wollten und sich für den Weg vom Tor über die Untere Straße hoch zum Marktplatz, wo sich das Adventsgetümmel im Wesentlichen abspielte, eine optische Aufwertung wünschten.

„Ich war bekannt als Hobbykünstlerin“, erinnert sich Anita Loskant, und schon hatte sie den Job. Das Material lieferte die Stadt, ein Mitarbeiter des Bauhofs schnitt nach den Entwürfen die Figuren, um sie dann so zusammenzusetzen, dass ein räumlicher Effekt entstand. Mit Unterstützung der damaligen Bürgermeister-Gattin, die sich der Gestaltung von zweien der Bilder annahm, machte sich Anita Loskant seinerzeit an die Arbeit. Die letztlich neun Darstellungen verschiedener Märchenszenen, die zudem auch noch jeweils eine indirekte Beleuchtung erhielten, kamen beim Publikum, vor allem auch bei den Kindern, bestens an. Nach zehnjähriger Nutzung wurden die Bilder eingemottet und waren für die Märkte auf dem Marktplatz nicht mehr gefragt. Bis sich der Förderverein Altstadt Naumburg ihrer erinnerte.

Der Verein mit seiner Vorsitzenden Petra Landefeld tüftelt seit seiner Gründung vor zwei Jahren ständig an Projekten, die dazu beitragen sollen, die Altstadt Naumburgs zu beleben und insgesamt attraktiver zu gestalten. Und da wären doch die Märchenbilder gut zu gebrauchen, dachte man sich. Die schlummerten derweil gut verpackt in einer kühlen, dunklen Unterkunft.

Höchste Zeit, befanden die Altstadtaktivisten, sie aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Und wer wäre besser geeignet, die Farben aufzufrischen, die Tafeln rundzuerneuern, damit sie wieder im alten Glanz die Straßen schmücken könnten, als Anita Loskant? Sie wurde kurzerhand angesprochen und sagte auch gleich zu: „Ich habe mich sehr gefreut, dass mich der Förderverein gefragt hat. Und es wurde auch Zeit, die Tafeln waren lange gelagert.“

Der Naumburger Franz Ruthenbeck, im Ort als Dekorationstalent bekannt, stellte seine Scheune zur Verfügung, und Anita Loskant machte sich an die Arbeit. Risse galt es zu schließen, abgeplatzte Farbe zu rekonstruieren und insgesamt die Optik aufzufrischen. Das erledigte sie routiniert mit einer Kollektion unterschiedlicher Pinsel und wasserfester Acrylfarben. Zum Schluss wurde jedes Bild noch jeweils mit einem Glanzlack aus der Sprühdose versiegelt.

Im heimischen Atelier bevorzuge sie ja das Malen mit Öl auf Leinwand, aber die Arbeit mit den Farben aus der Dose, das Aufarbeiten der eigenen Werke nach so langer Zeit, bereitet Anita Loskant sichtbar Vergnügen.

Nach gut drei Wochen ist sie mit den Märchenbildern fast durch. Zum Abschluss sind Schneewittchen und die sieben Zwerge dran. Knapp zwei Meter hoch und fünf Meter breit, aufgebaut wie ein Triptychon. Ab dem ersten Advent sollen sie in frischem Glanz wieder bis nach Weihnachten den Naumburger Marktplatz schmücken. (Norbert Müller)

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