Die Löbers aus Altenstädt protestieren heute in Berlin

Gegen die Agrarindustrie: Mit dem Trecker zur Demo

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Bio-Bauern aus Überzeugung: Joachim Löber und seine Frau Beate setzen sich seit Jahren aktiv für die ökologische Landwirtschaft ein. In diesem Jahr beim Protest in Berlin auch mit von der Partie: Lukas Döring und Johannes Löber (von links).

Altenstädt. Wenn es darum geht, gegen die Agrarindustrie, gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und Massentierhaltung zu Felde zu ziehen, lassen sich Joachim Löber und seine Frau Beate nicht lange bitten.

Und so werden sie am heutigen Samstag mit dabei sein, wenn um 12 Uhr in Berlin auf dem Potsdamer Platz zehntausende Gleichgesinnter zusammenkommen, um gemeinsam für gesunde Lebensmittel, eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft und fairen Handel zu protestieren. Der 62-jährige Löber, der vor mehr als drei Jahrzehnten im Wolfhager Land als erster seinen Hof auf ökologische Landwirtschaft umstellte, kennt sich mittlerweile in Berlin bestens aus. Auch in den vergangenen Jahren war er bei der zentralen Protestkundgebungen während der Internationalen Grünen Woche in der Hauptstadt dabei. In den beiden Vorjahren fuhren die Löbers mit dem eigenen Trecker bis nach Berlin und dann auch im Konvoi über den Potsdamer Platz, in diesem Jahr reist das Ehepaar mit ihrem Kleintransporter.

Gegen Patente auf Leben

Den Platz im Schlepper-Cockpit haben sie ihrem Sohn Johannes überlassen. Der 27-Jährige Maschinenbaustudent wollte in diesem Jahr unbedingt selbst den Weg von Altenstädt nach Berlin zurücklegen. Die Motivation entspricht der seiner Eltern. Auch er ist gegen Patente auf Leben, auf Gene und Saatgut. Auch ihn bewegt die Belastung der Böden und des Wassers durch Glyphosat und Nitrat – Probleme, die von der ökologischen Landwirtschaft nicht verursacht werden.

Konvoi ab Bründersen

Am Freitag ist der 27-Jährige gegen 4.30 Uhr mit dem Trecker, an dessen Front ein Transparent mit der Aufschrift „Bebauen und bewahren – Bio-Bauer Löber kommt nach Berlin gefahren!“ montiert ist, Richtung Bründersen gestartet. Mit dabei: Sein Kumpel Lukas Döring, ebenfalls Landwirtssohn aus Altenstadt und Maschinenbau-Student. Er steuerte den zweiten mit Parolen geschmückten Schlepper aus dem Naumburger Stadtteil. Gemeinsam reihten sie sich im Nachbarort ein in eine aus dem Waldeckischen kommende Kolonne weiterer Traktoren. Insgesamt rechneten die Veranstalter der Demo in Berlin mit weit mehr als 100 teilnehmenden landwirtschaftlichen Zugmaschinen aus ganz Deutschland.

Vor den beiden jungen bäuerlichen Aktivisten aus dem Naumburger Stadtteil lag eine Fahrstrecke von rund 420 Kilometern bis Berlin, durch Harz und Havelland. Gut zwölf Stunden waren eingeplant. Und Sonntag geht es auf gleicher Strecke zurück. Mit vielen neuen Eindrücken und, wie Joachim Löber sagte, bestimmt mit dem guten Gefühl, dass man der Agrarindustrie deutlich gemacht habe, wie sehr man sie „satt hat“.

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