Erster Weltkrieg ist Schwerpunkt

Geschichtsverein Naumburg veröffentlichte neueste Ausgabe seiner Mitteilungen

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Die Schwedenkreuze in Naumburg: Das vordere, ältere trägt an der Unterseite der Kreuzarme eine nicht mehr lesbare gotische Inschrift. Nach alter Überlieferung erinnern beide Kreuze daran, dass an dieser Stelle ein schwedischer Soldat stürzte und starb, der zuvor ein kleines Kind bei einer Plünderung ermordet hatte.

Naumburg. Die aktuellen Mitteilungen des Geschichtsvereins Naumburg sind jetzt veröffentlich worden. Auf knapp 200 Seiten blicken die Autoren auf ausgewählte Themen der Stadtgeschichte zurück.

Sie werden immer mit Spannung erwartet, von den Mitgliedern des Geschichtsvereins Naumburg wie auch von Naumburgern, die an der Historie ihrer Heimatstadt interessiert sind: die Mitteilungen des Geschichtsvereins.

Ein Schwerpunkt ist in der aktuellen Ausgabe der Erste Weltkrieg. Dabei werden Auszüge aus der Chronik der evangelischen Kirchengemeinde aus den Jahren 1914 bis Ende 1919 präsentiert, die einen interessanten Eindruck vom Leben in der Heimat, dank angefügter Briefe von eingezogenen Naumburgern auch vom Alltag an der Front vermittelten. Das ganze ist üppig bebildert.

Dramatische Erzählungen

Ein weiterer großzügiger Beitrag zum Ersten Weltkrieg kommt von Klaus Albrecht, der eine Postkartensammlung der Altendorfer Familie Brede ausgewertet hat. Geschrieben und in die Heimat geschickt hat die Karten Johannes Brede, der als Luftschiffer am Krieg teilnahm und unbeschadet wieder in die Heimat zurückkehrte.

Dr. Volker Knöppel beschäftigte sich mit den sogenannten Schwedenkreuzen an der Fritzlarer Straße in der Kernstadt, um die sich dramatische Erzählungen ranken.

Neben ausführlichen Portraits zweier Jubiläumsvereine - der Weidelsburgverein feierte seinen 125. Geburtstag, die Katholische Frauengemeinschaft wurde 100 - wird unter anderem auch über die Aktion Stolpersteine in der Naumburger Altstadt vor den Häusern, in denen einmal Naumburger Juden zuhause waren, und den Abriss des Hauses Zobel an der Unteren Straße berichtet.

Abgerundet werden die Mitteilungen durch den Abdruck von HNA-Artikeln, die Naumburg zum Thema haben, und dem Weihnachtsbrief der Stadt Naumburg aus den Jahren 2014 und 2015. Und damit hat das Buch des Geschichtsvereins längst die Rolle einer Art Chronik für Naumburg und seine Stadtteile übernommen.

Die Auflage ist knapp bemessen, Restexemplare gibt es noch zum Preis von zehn Euro in der Geschäftsstelle des Geschichtsvereins an der Unteren Straße.

Mord beim Plündern

Die beiden sogenannten Schwedenkreuze stehen in Naumburg an der Fritzlarer Straße. Laut Dr. Volker Knöppel vom Naumburger Geschichtsverein hatte das größere der beiden Sandsteinkreuze ursprünglich allein seinen Standort in einer Gartenmauer unterhalb der Stadtmauer. 1865 wurde in der Kasseler Zeitung berichtet, es stehe zur Erinnerung an einen Mord. Im Mai 1937, so Knöppel weiter, wurde dann beim Zurücksetzen einer Gartenmauer das kleinere Steinkreuz gefunden und neben dem dort stehenden größeren platziert.

Nach mündlicher Überlieferung sind die beiden Steinkreuze mit einem Überfall auf Naumburg im Jahr 1636 verbunden. Ein schwedischer Lanzenreiter habe bei der Plünderung der Stadt in einem Haus in einer Wiege ein kleines Kind gefunden und es mit seiner Lanze aufgespießt und sei fortgeritten. Kurz hinter dem Stadttor sei sein Pferd gestrauchelt, der Reiter gestürzt. Dabei habe er sich das Genick gebrochen. Zur Erinnerung sei ein Kreuz aufgestellt worden.

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