Entscheidung gefallen: Haus Zobel in Naumburg wird abgerissen

Tage gezählt: Das Haus Zobel an der Unteren Straße in Naumburg wird der Abrissbirne zum Opfer fallen. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Es ist nicht zu übersehen: Für das 300 Jahre alte Haus Zobel an der Unteren Straße in Naumburg stehen die Zeichen auf Abriss.

Inzwischen wurde das heruntergekommene, denkmalgeschützte Fachwerkhaus rundum eingerüstet. Am Dienstag bereiteten die Mitarbeiter einer Abrissfirma die noch für dieses Jahr anstehenden Arbeiten vor.

Lesen Sie auch:

- Bruch im Dachstuhl: Denkmal in Naumburg droht die Abrissbirne

Und die sehen vor, dass zunächst die Ziegeleindeckung abgetragen wird, dann das Dachgebälk und der Giebel, der wegen eines Balkenbruchs im Dachstuhl zur Gefahr wurde. Unter Schneelast des Daches, so das Ergebnis eines Statikers, bestehe die Gefahr, dass er auf die Hauptgeschäftsstraße stürzen könnte.

Die Bauaufsicht des Landkreises als zuständige Behörde handelte und sperrte zunächst mit einem Baugitter das Haus ab. Der Hauseigentümer, ein gebürtiger Naumburger, der seit 1970 in Hamburg wohnt, erklärte, er sei weder in der Lage, die Sicherungsarbeiten noch gar eine Sanierung zu finanzieren. „Mir ist es im Endeffekt egal, was mit dem Haus passiert“, sagte Jürgen Zobel, der das Haus vor gut 15 Jahren von einer Tante geerbt hatte, gegenüber unserer Zeitung. Ihm fehle das Geld. Auf die Aufforderung, sich um die Sicherung des Hauses zu kümmern, habe der Eigentümer nicht reagiert.

Da der Landkreis die Gefährdung, die vom Dach des Hauses ausgeht, als sehr hoch einschätzt, habe man nun gehandelt, so Landkreissprecher Harald Kühlborn, und zunächst das Abtragen des Daches in die Wege geleitet. Wenn Dach und Gebälk runter sind, werde der Dachboden wasserdicht abgedeckt und voraussichtlich im Januar, sobald es die Witterung zulasse, dem Erdboden gleich gemacht.

Artikel aktualisiert um 19 Uhr

Knapp 40 000 Euro werde der Abriss kosten. Der Kreis trete „in Vorleistung“. Das Geld will sich der Kreis beim Wahlhanseaten Zobel zurückholen, auch wenn der 66-Jährige, wie Kühlborn berichtet, inzwischen „die Aufgabe am Eigentum erklärt hat“.

Allerdings, so Kühlborn weiter, werde der Landkreis Kassel es nicht zulassen, dass Zobel sich so leicht aus der Affäre zieht.

Von Norbert Müller

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.