Eisenhartes Eheglück

Helga und Karl Oeste aus Elbenberg sind heute 65 Jahre verheiratet

Eisernes Ehepaar Oeste in ihrem Wintergarten
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Gesammelte Erinnerungen: Vor dem Ehepaar Oeste liegt eins der vielen Fotoalben mit Bildern vergangener Feiern. Hier ein Foto der Hochzeitsgesellschaft von 1956.

Heute feiern Helga (geb. Pleßmann) und Karl Oeste aus Elbenberg ihren 65. Jahrestag und damit das Fest der Eisernen Hochzeit.

Elbenberg – „Doppelt hält besser“, könnte man meinen, wenn man sich Helga Oestes Ringfinger ansieht, auf dem zwei goldene Eheringe stecken. Einen Tag vor ihrer Hochzeit hat die damals 22-Jährige den Ring verloren. Schnell wurde ein neuer organisiert, um bei der Trauung nicht ohne dazustehen. Wenig später hat Helga Oeste den verlorenen Ring dann im Wäschekorb wiedergefunden – jetzt trägt sie einfach beide.

Fast wäre damals alles ins Wasser gefallen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn es gab ein heftiges Hochwasser. „Die Heuhaufen sind alle weggeschwommen“, sagt Helga Oeste. Die ganzen Elbenwiesen waren voller Wasser – „wie ein großer See“, ergänzt die 87-Jährige. Das Wetter hielt das junge, verliebte Paar jedoch nicht davon ab, am 15. Juli 1956 zu heiraten. Ein Bekannter hatte das Brautpaar und die Gäste kurzerhand mit einem Bus zur Feier gefahren, damit alle trocken blieben.

„Wir feiern immer groß“,

70 Gäste waren damals dabei. Familie, Freunde. „Und Freundinnen auch“, wirft Karl Oeste ein. „Ja, Freundinnen durften nicht fehlen“, sagt Helga Oeste und wirft ihrem Mann ein verschmitztes Lächeln zu. Zur Feier ihrer Eisernen Hochzeit, die heute in der Kirchberger Jausenstation stattfindet, haben sie 60 Gäste eingeladen. „Wir feiern immer groß“, sagt der 86-Jährige.

Verliebter Blick: Helga und Karl Oeste bei ihrer Hochzeit am 15. Juli 1956.

Hof mit Schweinen und Kühen

Kein Wunder. Karl Oeste hat sich schon immer viel in Vereinen engagiert, zum Beispiel im Chor, bei den Schützen – und in der Feuerwehr war er auch. So kommen einige Freunde und Bekannte zusammen. Gearbeitet hat Karl Oeste bis zu seiner Rente als Betriebsklempner bei VW in Baunatal. Dort musste er oft Nachtschichten leisten. „Das war hart“, sagt Helga Oeste. Sie selbst war Hausfrau – für Haus und Hof, denn das Paar besaß ein Gehöft in Elbenberg, auf dem auch Schweine und Kühe lebten.

Als wäre das nicht schon genug, hat Karl Oeste immer noch vieles nebenbei gemacht: Häuser gebaut, gekauft und saniert, hier und da gewerkelt. Auch heute kann der 86-Jährige es nicht lassen, handwerkliche Arbeiten an seinen Häusern selbst zu erledigen. „Er raubt uns den letzten Nerv“, sagt Sohn Karl-Friedrich, der inzwischen den Hof übernommen hat und dort mit seiner Familie lebt.

Beim Karneval kennengelernt

Kennengelernt hat sich das Paar beim Karneval in der alten Stadthalle in Naumburg. Bereits zwei Jahre danach läuteten die Hochzeitsglocken. Da war Karl Oeste gerade einmal 21 und Helga 22 Jahre alt. Auch ihr erstes Kind, Tochter Edith, war schon unterwegs. Inzwischen gehören zu der Familie des Ehepaars neben den zwei Kindern auch sechs Enkel und zwei Urenkel.

Auf die heutige Feier freuen sich beide sehr. „Ich habe immer gesagt, die Eiserne will ich noch feiern, weil ich selber so eisern gewesen bin im Leben“, sagt Karl Oeste und meint damit, dass er immer viel gearbeitet hat, um an sein Ziel zu gelangen. (Lea-Sophie Mollus)

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