Claudia Thöne, Sachbearbeiterin für Tourismus und Wandern

Interview: Besonderheiten des Wanderns im Wolfhager Land

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Gut ausgerüstet: Claudia Thöne wandert immer mit Stöcken und Trekking-Schuhen. Getränke und Essen packt sie in ihren Rucksack. 

Naumburg. Das Wolfhager Land bietet Wanderern märchenhafte Plätze, an denen sie die Landschaft auf sich wirken lassen können.

Das findet Claudia Thöne, Sachbearbeiterin für Tourismus und Wandern.

Frau Thöne, was halten Sie vom Tag des Wanderns?

Claudia Thöne: Um auf das Wandern und die vielen Wanderwege aufmerksam zu machen, halte ich diesen Tag auf jeden Fall für sinnvoll. Er kann helfen, Menschen, die in keinem Verein aktiv sind, mit Menschen aus einem Verein zusammenzubringen.

Was macht das Wandern im Wolfhager Land so reizvoll?

Thöne: Unsere Landschaft ist eine Perle. Nach einer Wanderung wird man mit einem tollen Blick über unsere Region belohnt. Die Weidelsburg ist ein besonderer Anziehungspunkt. Wir haben aber auch Laubwälder, Teiche und Auen. Hier kann jeder seinen eigenen besonderen Platz finden. Es ist sehr erholsam, die Landschaft einfach auf sich wirken zu lassen.

Wie könnten auch junge Menschen für diese Landschaft und das Wandern begeistert werden?

Thöne: Bei Jugendlichen ist das Gruppengefühl sehr wichtig. Eltern oder Betreuer sollten mit ihnen gemeinsam Angebote entwickeln. Eltern, die mit Kindern unterwegs sind, könnten die Wanderung mit Rätseln interessant machen oder auf dem Weg Kleinigkeiten verstecken. Es gibt aber schon zunehmend Familien, die mit ihren Kindern wandern und ihnen die Natur zeigen.

In den vergangenen Sommerferien wanderte eine Jugendgruppe den 85 Kilometer langen Habichtswaldsteig mit Gepäck. Mit Kindern sollten die Etappen zehn bis 15 Kilometer lang sein.

Das klingt nach einem sportlichen Programm.

Thöne: Ja, den Weg in vier Etappen zu wandern ist sehr sportlich. Einzelne laufen die Strecke allerdings auch am Stück - zum Beispiel als Vorbereitung auf den Jakobsweg.

Bei diesen langen Wanderungen muss man sicher auf einiges achten. Welche Utensilien sind unverzichtbar?

Thöne: Etwas, was man immer dabei haben muss: ausreichend Trinken. Obst und etwas Süßes können Wanderer auch einpacken, falls der Kreislauf schlapp macht. Wanderstöcke entlasten die Gelenke und leichte Trekking-Schuhe sorgen für einen sicheren Halt. Hilfreich sind Sonnen- und Mückenschutz und eine Miniausrüstung mit Pflastern.

Also kann mit der richtigen Ausrüstung jeder Mensch wandern gehen?

Thöne: Im Prinzip schon. Wandern regt den Stoffwechsel an, es kann als wohldosiertes Ausdauertraining bezeichnet werden. Außerdem können sich Wanderer die Wege entsprechend ihrer eigenen Konstitution aussuchen. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen gibt es spezielle Terrain-Kurwege. Da sind Belastungen auf der Strecke auf Tafeln vermittelt.

Welche Strecke würden Sie Anfängern empfehlen?

Thöne: Absoluten Anfängern auf jeden Fall eine kleine Runde von etwa sechs Kilometern. Ich würde mir einen Rundweg vornehmen. Ein Teilstück der Habichtswald Extratour H8 ab Burghain empfiehlt sich oder ein Rundweg um den Weidelsberg.

Und die können auch bei jedem Wetter loslaufen?

Thöne: Grundsätzlich kann man ganzjährig wandern. Bei Gewitter, Sturm oder Eisglätte natürlich nicht. Im Winter können sich Wanderer aber einfach ein paar Strümpfe über die Schuhe ziehen. Dann rutschen sie im Schnee nicht so leicht aus.

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