Ausflug ins Hummelreich

Hummelwerkstatt in Naumburg lädt in den Ferien Besucher ein

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Dicker Brummer: Die Hummel freut sich über ein breites Angebot an Blühsträuchern in unseren Gärten. In der Hummelwerkstatt können Besucher mehr über die Tiere erfahren.

Naumburg. Hinter einem Weidenzaun, verborgen vor der Fritzlarer Straße kurz vor Naumburg, liegt die Hummelwerkstatt als Kleinod für Bienen inmitten einer großen Streuobstwiese.

Claudia Thöne und ihr Team laden auch in den Schulferien zu einem Besuch in die Hummelwerkstatt ein.

Nachdem der erste Blütenflor mit Lungenkraut, Taubnesseln, Beerensträuchern, Akeleien und Bergflockenblumen eine Vielzahl an Insekten genährt hat, locken nun Salbei, Lavendel, Storchschnabel, Rosen, Walderdbeeren und Riesentelekien mit Pollen und Nektar. Auch ungefüllte Pfingstrosen werden gerne angefolgen. Die Pfingstrose verdeutlicht den Vorteil der ungefüllten Blüten mit einem hohen Pollenangebot, berichtet Thöne. Gefüllte Sorten hätten nämlich keine Staubbeutel mehr, da diese durch Züchtung in weitere Blütenblätter umgewandelt würden.

Pollen enthalten wichtige Eiweiße und Mineralien für die Hummeln, die sie zum Körperbau und zur Wachsproduktion benötigt. Die Hummeln schütteln durch Zittern die Pollensäckchen aus. Der Pollen landet auf ihrem Pelz, aus dem sie Pollenkörner in Ruhe auskämmen kann. Je nach Blüte sind diese Körner gelb, orange, beige, schwarz oder auch gräulich.

Bei einem Besuch der Hummelwerkstatt kann man einiges lernen: Die Flugzeit einer Hummel beträgt zum Beispiel fünf Stunden, während dieser Zeit sammelt sie etwa 6,3 Gramm Zucker. Dabei besucht sie Blüten in der Nähe des Baus, legt sie weitere Strecken zurück, muss die Blüte einen hohen Zuckergehalt versprechen, um einen Rückflug gewährleisten zu können.

Dicker Brummer: Die Hummel freut sich über ein breites Angebot an Blühsträuchern in unseren Gärten. In der Hummelwerkstatt können Besucher mehr über die Tiere erfahren. 

Im Rotlichtraum der Hummelwerkstatt kann man in diesem Jahr quasi unter der Erde ein Garten- sowie ein Erdhummelvolk beobachten. Die Tiere sammeln unermüdlich Nahrung, bauen Waben und füttern die Brut. Ist es zu heiß, wird gekühlt. Bei der heißen Witterung der vergangenen Tage heizen auch die Hummeln beim Fliegen zu sehr auf und machen deshalb lieber eine Mittagspause im Bau. Zum Abend werden sie wieder aktiv und fliegen bis in die Dunkelheit hinein.

Bei einem Besuch in der Hummelwerkstatt lernen Besucher Grundlagen des Körperbaus, des Lebenszyklus und der Arten kennen, erklärt Thöne. Tote Hummeln vergangener Jahre (Hummeln werden maximal ein Jahr alt) helfen, Hummelarten zu bestimmen. Bei einem Besuch darf hier auch mal der weiche Pelz gestreichelt werden, der die Hummel im kalten Frühjahr warm hält. Weitere Entdeckungen in der Hummelwerkstatt sind das Leben der Waldameise, Wildbienen im Insektenhotel und Honigbienenbeobachtungskasten.

Öffnungszeiten auch während der Ferien sind Mittwoch von 15 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Es ist für jedes Alter spannend, ob naturerfahren oder ohne Vorkenntnisse, betont Claudia Thöne. Das Hummelhaus liegt in der Fritzlarer Straße an der Bedarfshaltestelle von Fritzlar kommend auf der rechten Seite vor dem Ortsschild Naumburg. 

Information: Termine können vereinbart werden beim Natur-Informationszentrum Naumburg, Tel. 0 56 25/79 09 73

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