Das Gröbste ist geschafft

Die Innenrenovierung der Naumburger Stadtpfarrkirche macht Fortschritte

Das Kreuz hängt: Der ehrenamtliche Helfer Andreas Jacobi (von links), Pfarrer Johannes Kowal und Michael Loskant nach der Montage des gereinigten Kruzifixes über dem Altar der katholischen Stadtpfarrkirche St. Crescentius.
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Das Kreuz hängt: Der ehrenamtliche Helfer Andreas Jacobi (von links), Pfarrer Johannes Kowal und Michael Loskant nach der Montage des gereinigten Kruzifixes über dem Altar der katholischen Stadtpfarrkirche St. Crescentius.

Die Naumburger Stadtpfarrkirche soll im besten Fall bis Pfingsten innen fertig renoviert sein. Das Kreuz hängt schon wieder und auch im Verborgenem hat sich einiges getan. 

Naumburg – Der eine Pfarrer, der andere Organist: Johannes Kowal und Michael Loskant müssten jetzt während der Coronakrise jede Menge Zeit haben, sich um all die Dinge zu kümmern, die wegen ihrer Aufgaben in der katholischen Stadtpfarrkirche oft zu kurz kommen. Gottesdienste finden zurzeit nicht statt. Aber ihr Gotteshaus in Naumburg lässt sie nicht los.

Loskant, der Kirchenmusiker, ist derjenige, bei dem die Fäden in Sachen Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche zusammenlaufen. Die Arbeiten ziehen sich schon deutlich länger als ein halbes Jahr, und der 67-jährige ist täglich mehrmals im Gotteshaus, sei es, um sich mit den Handwerkern und dem Architekten zu besprechen, sei es, um selbst Hand anzulegen.

Freut sich auf den ersten Gottesdienst nach der Sanierung: Stadtpfarrer Johannes Kowal im Kirchenschiff der noch eingerüsteten Kirche.

Und auch den Geistlichen Rat Kowal zieht es immer wieder und immer öfter vom nahegelegenen Pfarrhaus ins Kirchenschiff, um sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten zu machen. Was der 69-jährige Geistliche in diesen Tagen zu sehen bekommt, stimmt ihn zunehmend heiter: Das Gröbste ist geschafft, ein Ende der Arbeiten zeichnet sich ab.

Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche: Das Holzkreuz hängt schon wieder 

So wurde gerade erst das gereinigte gut 2,50 Meter große Holzkreuz über dem Altar montiert. Vom Staub befreit hat es – wer sonst – Michael Loskant drüben im Gemeindehaus. Gleich, nachdem der Gekreuzigte im Chorraum wieder am alten Platz war, wurde er in Folie gepackt, schließlich sind Maler, Schreiner und Elektriker noch eifrig am Schaffen. Und immer wieder staubt es. Gerade auch jetzt, da die Gerüstbauer schon dabei sind, das Gewirr von Gestängen und Stiegen, über die die Handwerker auch die hintersten Bereiche der Deckengewölbe erreichten, deutlich zu reduzieren.

Die Zimmerleute haben dort oben morsche Gewölbezwickel erneuert, die Maler, nachdem die Flächen wieder verputzt waren, Wände und Decken getüncht und in sanftem Rot im Bereich der Grate Akzente gesetzt. Die Schlusssteine, insgesamt sind es sieben, wurden farblich neu gefasst, einer im Mittelschiff wurde gar mit Blattgold aufgewertet.

In Gold gefasst: Andreas Jacobi und Michael Loskant begutachten den Schlussstein aus nächster Nähe.

Viel hat sich auch im Verborgenen getan: Eine neue, mit Gas zu befeuernde Heizung wurde eingebaut, daneben im Keller eine Toilette installiert. Die Elektrik wurde erneuert und technisch auf den neusten Stand gebracht. Sie ermöglicht nun auch eine ausgeklügelte Steuerung der Beleuchtung, die auf LED-Technik umgestellt wurde und deutlich sparsamer ist. Bislang verbrauchten die Leuchten während des Gottesdienstes rund 5000 Watt, künftig benötige man nur noch ein Zehntel, sagt Michael Loskant. Jeder Scheinwerfer kann nun einzeln angesteuert und gedimmt werden.

Im Chorraum sind die Fußbodenarbeiten abgeschlossen, ein Absatz entfernt, sodass künftig dort das bei den werktäglichen Gottesdiensten und bei Andachten zahlenmäßig überschaubare Publikum Platz nehmen kann. Der Pfarrer wechselt dann auf die andere Seite des Altars.

Pfingsten soll wieder in der Stadtpfarrkirche gefeiert werden - Es gibt noch einiges zu tun

Was noch fehlt: Die beiden neuen, aus dem alten Tisch der Kapelle vom Haus St. Martin geschnittenen Seitenaltäre aus Anröchter Dolomit, für dessen Grünton sich Pfarrer Kowal besonders begeistert. Das Geländer der neuen Holztreppe hoch zur Orgelempore, wo das generalüberholte und erweiterte Instrument noch auf seinen Einbau wartet. Der steht aber erst an, wenn alle Handwerker fertig sind und kein Staub mehr aufgewirbelt wird. 

Und schließlich fehlt auch noch die Malerei der Berliner Künstlerin Marie-Luise Dähne, die die Ausstattungsstücke aus verschiedenen Epochen in Chorraum und im Bereich der Seitenaltäre verbinden wird. Rund 850 000 Euro wird die gesamte Innenrenovierung wohl kosten, sagt Michael Loskant.

Mit der ursprünglich für Ostern geplanten Einweihung wird es wohl auch wegen der Coronakrise nichts werden. Johannes Kowal und Michael Loskant hoffen, dass man Pfingsten wieder mit der Gemeinde Gottesdienst feiern kann. Der eine am Altar, der andere am Manual.

Während der Coronakrise müssen sich auch Kirchen etwas einfallen lassen. Beim ersten Wolfhager Online-Gottesdienst gab es großes Interesse. 

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