Erfolgreich im Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk

Jan Arend aus Altenstädt ist mit 25 Jahren zweifacher Meister

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Wollte schon immer Zimmermann werden, weil ihn das Material Holz fasziniert: Jan Arend hat im Betrieb seines Vaters gelernt und inzwischen nicht nur den Meister im Zimmerer-Handwerk in der Tasche, sondern auch den als Dachdecker. 

Altenstädt. „Den ganzen Tag im Büro rumsitzen, das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Jan Arend. Der 25-jährige Altenstädter ist aus voller Überzeugung Handwerker. Zwei Meistertitel hat er schon in der Tasche: einen als Zimmerer und einen als Dachdecker.

Derzeit arbeitet er in einem Dachdeckerbetrieb in Ehlen, um ausgiebig Erfahrungen zu sammeln nach dem jüngsten Meistertitel. Für den musste er weniger Zeit investieren als für den ersten, den im Zimmererhandwerk. Für den Zimmerer büffelte er 2015 ein ganzes Jahr in Vollzeit im Bundesbildungszentrum in Kassel, den Dachdeckermeister machte er schon nach vier Monaten. Der Grund: Von vier Teilen der Ausbildung sind der kaufmännische Bereich und der Ausbilderschein identisch. Lediglich Fachtheorie und Fachpraxis müssen neu absolviert werden.

Beide Berufe, sagt Arend, haben eng miteinander zu tun. „Höhenangst sollte man in beiden Berufen nicht haben, und man muss den ganzen Tag auf dem Dach, auf den Schrägen rumlaufen können.“ Allerdings: „Die Zimmerei mache ich lieber, das habe ich gelernt, das wollte ich gerne werden, nicht nur, weil es der Vater vorgelebt hat.“ Senior Reiner Arend hat in Altenstädt seit 1999 einen eigenen Betrieb mit sieben Gesellen und zwei Auszubildenden. In seiner Mannschaft sind auch zwei Dachdecker und ein Maurer, weil die Aufgabenbereiche zunehmend ineinandergreifen, gerade bei Fachwerk-sanierungen.

Im väterlichen Betrieb hat Jan Arend nach dem Realschulabschluss seine Ausbildung absolviert. 2011 hatte er ausgelernt und war hessischer Landessieger geworden. Sein älterer Bruder Till, der nach dem Abi mit der Lehre in einem anderen Betrieb begann, wurde im gleichen Jahr Kammersieger bei den Zimmerern. Der Bruder hat sich dann für einen ganz anderen, traditionellen Weg entschieden: Seit gut dreieinhalb Jahren ist er auf der Walz, im kommenden Jahr zu Ostern wird er zurückerwartet.

Jan Arend sagt, er wolle noch eine Zeitlang als Dachdecker arbeiten und dann zuhause in den Familienbetrieb einsteigen. So wie wohl auch der Bruder, der auf der Walz in aller Welt Erfahrungen sammelte, dem aber noch der Meistertitel fehlt. „So wird’s wohl erstmal kommen, bis der Vater dann mal irgendwann abtritt.“ Der ist aber noch längst im Rentenalter, und das sei auch gut so, sagt der Junior: „Es ist gut, dass man einen hier hat, der weiß, wie es läuft und uns zur Hand gehen kann und und unsereinen langsam einführt.“ Dann wird es auch darum gehen, „die richtige Mischung zu finden“ aus der praktischen Arbeit, die ihn so begeistert, und den Aufgaben im Büro.

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