Jannik Platte aus Elbenberg spendete Stammzellen an Kanadier

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Spendete Stammzellen: Jannik Platte aus Elbenberg. Empfänger ist ein Mann aus Kanada, der an Blutkrebs erkrankt ist.

Elbenberg. „Soweit ich weiß, ist alles gut verlaufen." Stammzellenspender Jannik Platte aus Elbenberg spricht nicht von sich, sondern von seinem genetischen Zwilling.

Der lebt in Kanada, ist ein erwachsener Mann und an Blutkrebs erkrankt. Das ist auch schon alles, was der 22-Jährige weiß. Und eben, dass der Körper des Kanadiers bislang keine Gegenreaktionen auf die Spende gezeigt habe. Das habe ihm die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mitgeteilt.

In den kommenden zwei Jahren wird Jannik Platte keine weiteren Informationen zur Identität des Krebspatienten erhalten - so lange dauere die Anonymitätsphase. Allerdings habe er die Möglichkeit, über Briefe mit ihm in Kontakt zu treten. Das sei zwar etwas altmodisch, wie der junge Mann findet, aber in ein paar Wochen, wenn der Empfänger der Stammzellen zur Ruhe gekommen sei, wolle er zu Papier und Stift greifen. Direkt anschreiben könne er den Kanadier nicht, allerdings würden seine Briefe weitergeleitet. Und falls ihm sein genetischer Zwilling antworte, erhalte er ebenfalls Post.

Als Jannik Platte vor zwei Wochen den Anruf erhalten hatte, dass der Eingriff beim Empfänger bislang gut verlaufen sei, habe er sich glücklich und gut gefühlt. Anfang September war er nach Dresden gefahren, um sich der Operation zu unterziehen, in deren Verlauf aus seinem Beckenkamm Stammzellen entnommen wurden. Damals hatte er auch damit rechnen müssen, dass die Übertragung des Materials nicht sofort gelingt. „Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, wird die Spende ein zweites Mal probiert“, hatte er damals im HNA-Gespräch ganz entschlossen gesagt. An seiner Einstellung habe sich nichts geändert. Letztlich müsse jeder selbst für sich entscheiden, ob er mit einer Registrierung in der DKMS seine Bereitschaft erkläre, anderen Menschen mit den eigenen Stammzellen das Leben zu retten. „Wenn mich jemand danach fragt, rate ich jedem zu einer Spende“, sagt der Elbenberger.

Für ihn selbst war es ein kleiner Eingriff. Zwei Tage sei er im Krankenhaus gewesen, und zwei Tage nach der OP habe er erträgliche Schmerzen gehabt. Nach einer Woche sei er wieder arbeiten gegangen. Und längst spielt er für seinen Verein auch wieder Fußball.

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