Jugendliche tragen 45 Kilo schweres Holzkreuz durch Naumburg

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Grenzen überwinden: Benjamin Hocke (von links), Nick Kremer, Jessica Becker und Jannik Hühne schicken das schwere Eichenholz auf den Weg von der evangelischen zur katholischen Kirche in Naumburg. 

Naumburg. Satte 45 Kilogramm wiegt es, das große Eichenkreuz, das die rund 40 Jugendlichen, die am ökumenischen Jugendkreuzweg teilnehmen, am frühen Freitagabend durch Naumburg tragen.

„Ich möchte so der Kirche noch näher kommen", sagt Jannik Hühne, während er mit dem hölzernen Kreuz auf der Schulter durch die Straßen zieht. Den ganzen Weg quer durch Naumburg wird er es wohl nicht tragen können, um ein Gefühl für das Leiden Jesu zu bekommen, dürfte es aber reichen.

Jannik ist einer von vielen tausend jungen Menschen, die traditionell am Freitag vor Palmsonntag in ganz Deutschland und darüber hinaus den Kreuzweg begehen. Schon zu Zeiten des geteilten Deutschlands war er ein wichtiges, verbindendes Element der christlichen Jugendlichen in Ost und West, aber auch ein ökumenisches Zeichen, lange bevor in vielen Kirchen überhaupt Ökumene betrieben wurde.

Alexander von Rüden

„Bei uns findet der Kreuzweg abwechselnd in Wolfhagen, Zierenberg, Naumburg und Volkmarsen statt“, sagt Alexander von Rüden, Gemeindereferent in Naumburg und Volkmarsen. Aus allen vier Orten sind Jugendliche dabei, um Grenzen zu überwinden - die der Konfessionen, die der Generationen, die der Gleichgültigkeit. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg von der evangelischen Kirche über den Kuhberg zur Fatimagrotte, weiter über Altersheim und Stolpersteinen am Roten Rain zur katholischen Kirche St. Crescentius als Ziel.

Thema in diesem Jahr: „Wo bist du?“ Damit soll laut von Rüden jeder Einzelne persönlich angesprochen werden. „Die Teilnehmer sollen nicht nur den Weg Jesu sehen, sondern auch ihre eigenen Lebenswege betrachten können.“

Dabei gehe es durchaus auch um alltägliche Dinge wie Ausgrenzung und Mobbing, um Unterschiede in der Gesellschaft, das Zusammenleben in Schule und Beruf oder auch das aktuell allgegenwärtige Thema Flüchtlinge.

„Wir hoffen, dass den Jugendlichen so die Kreuze unserer heutigen Zeit bewusst werden, darüber aber vor allem auch die Hoffnung, die uns Jesus gegeben hat, Auferstehung und neues Leben zu erfahren“, so der Gemeindereferent. „Vieles kann sich zum Guten wenden, wenn wir mit daran bauen.“

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