Forstarbeiter beseitigen Trockenschäden

Kranken Linden geht’s am Naumburger Kuhberg an den Stamm

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Der Fällkerb wird gesetzt: Forstwirt Jannik Drescher gibt damit die Richtung vor, in die der Baum fallen soll. Im Hintergrund beobachtet Forstunternehmer Martin Vorpahl die Aktion.

Die Sorge, dass in Naumburg künftig nur noch der Straßenname Unter den Linden an die Bäume erinnern wird, die die Westseite des Kuhbergs zur Altstadt hin säumen, erweist sich als unbegründet.

Zwar geht es den alten Linden dort seit Montag tatsächlich an die Borke, allerdings setzen die Forstleute ihre Kettensägen nicht rigoros am Stamm an und beseitigen der Reihe nach alle der gut 80 uralten Gehölze.

Statt auf einen Kahlschlag zu setzen, beschränkt man sich darauf, nur die Bäume komplett zu fällen, denen die Trockenheit vor allem der vergangenen beiden Jahre so sehr zugesetzt hat, dass sie keine ernsthafte Überlebenschance mehr haben. Bei einigen dieser Exemplare wird das Ausmaß der Schädigung unmittelbar nach dem Schnitt deutlich: Der Kern ist verrottet, der Stamm hohl, der Baum war so nur noch eingeschränkt standfest.

Linden, die vor allem im Kronenbereich trocken sind, vom Stamm her aber noch gesund wirken, werden gekappt und „auf den Kopf gesetzt“, wie Martin Vorpahl erklärt, der zusammen mit den beiden städtischen Forstwirten Leonhard Jakobi und Jannik Drescher die Arbeiten ausführt. Von einer Arbeitsbühne aus, die per Teleskop-arm auf 30 Meter ausgefahren werden kann, werden diese Linden Stück für Stück gekürzt – bis auf eine Höhe von drei bis vier Meter. Innerhalb der nächsten Jahre, sagt Vorpahl, werden sie soweit neue Triebe geschoben haben, dass sie wieder ein belaubtes Dach haben. Und schließlich bleiben die wenigen gesunden Winterlinden in Gänze stehen.

Gewöhnungsbedürftig: Die gekappten Winterlinden stehen wie Säulen am Rand des Naumburger Kuhbergs. Sie werden aber wieder ausschlagen und sich in wenigen Jahren wieder üppig belaubt präsentieren.

Bürgermeister Stefan Hable (CDU) beschreibt das Ganze dann auch als guten Kompromiss: So beseitige man die Gefahren, die von den trockenen Ästen und Bäumen zur Straße hin ausgehen. Gleichzeitig versuche man, die vitalen Exemplare unter den Linden so weit wie möglich zu erhalten. „Wenn die Bäume mitten im Wald stehen würden, hätten wir nichts machen müssen“, sagt Hable. Da die Linden, die in der ersten Reihe ganz nahe an der Wohnbebauung stehen, sei das Risiko für Anwohner und Passanten zu groß gewesen. Man habe keine andere Wahl gehabt, als die Trockenschäden zu beseitigen.

Die gefällten Bäume und gekappten Äste werden vorerst an Ort und Stelle liegen bleiben, denn die Naumburger Forstwirte werden auch an anderer Stelle noch dringend gebraucht, ehe die Vegetation wieder einsetzt. Im Sommer und Herbst soll das Holz dann aufgearbeitet werden, was viel zeitaufwendiger sei als das Fällen, so der Bürgermeister.

Die Sperrung der Straße Unter den Linden ist bis Freitag vorgesehen, Hable ist aber guter Hoffnung, dass schon am Donnerstag die Arbeiten beendet sein werden. " HINTERGRUND

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