Gottesdienst mit mehreren Hundert Gästen

Kreisbauernverband lud zum Erntedank nach Naumburg - und viele Gäste kamen

Dekorierter Altar: Im Bild sind (von links) Franziska Wolland, Mitarbeiterin Kreisbauernverband Kassel, Dekan Dr. Gernot Gerlach, Erich Schaumburg, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Kassel, Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes und Elfriede Münz, Vorsitzende der Wolfhager Landfrauen, zu sehen.

Naumburg. Bis auf ein paar Wermutstropfen blicken die Landwirte des Kreisbauernverbandes Kassel auf ein zufriedenstellendes Erntejahr zurück. Dies machte der Vorstand beim Kreiserntedankfest am Sonntag in Naumburg deutlich.

Mehrere Hundert Gäste waren zu der Veranstaltung ins Haus der Gastes gekommen, die mit einem ökumenischen Gottesdienst eingeleitet wurde.

Jugendliche der Evangelischen Kirchengemeinde Naumburg-Ippinghausen wirkten nicht nur im Gottesdienst mit, sondern gaben in einer Ausstellung auch Einblicke in die Schöpfungstage, die in Kooperation mit dem Kreisbauernverband im Vorfeld stattgefunden hatten. „Dabei hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, Bauernhöfe und eine Bäckerei zu besichtigen, um den Weg vom Korn zum Brot kennenzulernen“, sagte Dekan Dr. Gernot Gerlach.

Was die starken Niederschläge im Juli und August dieses Jahr für Auswirkungen auf die Ernte hatten, zeigte Erich Schaumburg, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Kassel, in seiner Rede auf. „Gerade beim Weizen hatten wir große Probleme, der wegen der Nässe meist nicht zeitig geerntet werden konnte.“ So sei ein Großteil des Getreides aufgeplatzt, vom Backweizen zum Futterweizen herabgestuft worden. Einher gehen damit finanzielle Einbußen von bis zu 20 Prozent. Dass es den Landwirten auch von Seiten der Bevölkerung nicht immer leicht gemacht wird, brachte Schaumburg ebenfalls zur Sprache: Gerade bei solch außergewöhnlicher Witterung käme es nicht selten vor, dass sie nachts ernten müssten und die Straßen verschmutzen würden. „Auch wenn wir mal die nächtliche Ruhe stören, so sollte die Bevölkerung doch dafür Verständnis haben.“

Profitiert vom vielen Regen haben Mais und Zuckerrüben, was die aktuelle Ernte widerspiegelt: „Die Preise sind zwar gesunken, aber wir erfreuen uns an besonders dicken Rüben und großen Maispflanzen“, ergänzte der Vorsitzende, der in Niestetal Ackerbau betreibt. Was das kommende Jahr anbelangt, so zeigte Schaumburg seinen Unmut gegenüber Greening. Dann beginne eine neue Agrarförderperiode, in der auch die knapp 800 Landwirte seines Verbandes gezwungen seien, Flächen stillzulegen. „Tausende von Euro gehen uns damit verloren. Dabei leben wir in einer Welt, wo viele hungern müssen.“

Grundsätzlich bewusster mit Lebensmitteln umzugehen, war auch der Appell von Elfriede Münz, die den Wolfhager Landfrauen vorsteht. „82 Kilogramm an Nahrungsmitteln wirft jeder von uns pro Jahr weg“, mahnte sie. Obwohl alle in einer Gesellschaft lebten, in des es Nahrung im Überfluss gebe, wünsche sie sich eine höhere Wertschätzung der einzelnen Lebensmittel.

Von Tanja Temme

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