Frischekur für den Teich an der Mühle: 

Zu viel Schlamm: Landschaftsteich in Naumburg wird ausgebaggert und saniert

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Idylle vor den Toren der Stadt Naumburg: Der Teich an der Fritzlarer Straße. In der kommenden Woche wird das Wasser abgelassen, das Gewässer saniert. 

Der Landschaftsteich an der Naumburger Teichmühle wird runderneuert. Am Montag wird damit begonnen, das Wasser abzulassen.

Ob tatsächlich ein meterlanger Hecht seine Bahnen durch die trüben Tiefen des Landschaftsteichs gegenüber der Teichmühle in Naumburg zieht? Mancher Angler will ihn schon gesehen haben. Sollte es den Fisch tatsächlich geben, sind seine Tage gezählt: In der kommenden Woche wird damit begonnen, das Wasser des Teiches langsam abzulassen. Der Teich wird saniert.

Die Runderneuerung des kleinen Sees, der vor rund 35 Jahren auf der früheren Ochsenwiese angelegt wurde, sei dringend notwendig, erklärt Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable (CDU), und er bezieht sich auf eine Einschätzung, die der Vorstand des Angelsportvereins Naumburg schon vor Jahren formuliert hat.

Rund um den See haben sich in den vergangenen Jahrzehnten Büsche und Bäume angesiedelt, die inzwischen eine beachtliche Größe erreicht haben. Vor allem durch ihr Laub, das Jahr für Jahr im Herbst im Wasser landet, habe sich eine satte Sedimentschicht am Boden des Gewässers gebildet. 

Von einer maximalen Tiefe von fast 2,50 Metern zu Anfang der 1980er-Jahre seien jetzt noch gut 1,50 Meter übrig. Das habe man, sagt Hable, bei Schlammtiefenmessungen, die von einem Boot aus unternommen wurden, festgestellt.

Beliebtes Ziel für Spaziergänger und Angler: Der Teich gegenüber der Teichmühle zeigte auch in diesem Sommer ein durch organische Stoffe stark belastetes, grünes Wasser. 

Vor allem das Krause Laichkraut macht dem Gewässer zu schaffen, wie Dr. Martin Draude, Vorsitzender des Angelsportvereins, sagt. Die Wasserpflanze produziere tagsüber Sauerstoff, nachts dagegen verbrauche sie ihn. Die permanenten Schwankungen bedeuten für die Fische Stress. 

Vor allem aber bestehe die Gefahr, dass der Teich durch Sauerstoffmangel kippt. Ein Fischsterben wäre die Folge. Der Verein, der von der Stadt den Teich gepachtet hat, habe in der Vergangenheit immer wieder das Kraut mechanisch entfernt. Nun sei es aber an der Zeit, das Gewässer grundlegend zu sanieren.

Am kommenden Montag wird nun mit dem Projekt begonnen, für das die Stadt im Haushalt 50 000 Euro eingeplant hat. Zunächst wird über mehrere Tage das Wasser – rund 8000 Kubikmeter – in den angrenzenden Bach, die Elbe, abgelassen.

Kurz vor dem Leerlaufen sind dann am Samstag die Angler gefordert. Den gesamten Fischbestand gilt es zu entnehmen. Zum Besatz gehören nachweislich Karpfen, Zander und Barsche, dazu viele kleinere Weißfische. Abgefischt werde per Netz und Kescher. 

„Die großen Fische werden geschlachtet“, sagt Draude, „die kleinen zwischengelagert in den Teichen am Hasenacker und am Sportzentrum“. Ein Großteil soll nach der Teichsanierung wieder an alter Stelle ins Wasser gelassen werden.

Bis dahin wird es aber Monate dauern. Nach dem Ablassen des Wassers soll der Teich das komplette kommende Jahr trocken liegen. Das Schlammsubstrat auf dem Grund – man rechnet mit rund 1800 Kubikmetern – soll sich durch Austrocknen auf gut 1000 Kubikmeter reduzieren. 

Es wird dann ausgebaggert. Die Holzpalisaden am Ufer werden entfernt und durch eine Befestigung aus Steinen ersetzt. Im Winter, sagt Bürgermeister Hable, „werden wir die Vegetation rund um den Teich drastisch zurückschneiden“. Das Ganze werde eng mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

Im Frühjahr 2020 wird der runderneuerte Teich wieder befüllt, und die Fische werden eingesetzt. Ein Hecht dürfte dann nicht dabei sein.

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