Personalnot bei den Ministraten

In Naumburg sollen Erwachsene die Reihen der Messdiener verstärken

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In guter Besetzung: Werktags hat Naumburgs Stadtpfarrer Johannes Kowal für Gottesdienste bestenfalls zwei Ministraten zur Unterstützung am Altar. Mitunter muss allerdings Küster Georg Smolarczyk den Dienst mangels Messdiener mit übernehmen.

Naumburg. Lukas Schmandt, der in der Pfarrei Sankt Crescentius die Messdienergruppe leitet und deren Einsätze plant, bereiten die Festtage im Mai allerdings einiges Kopfzerbrechen.

Der Mai ist im katholisch geprägten Naumburg der Monat mit der höchsten Dichte an kirchlichen Prozessionen. Lukas Schmandt bereiten die Festtage allerdings einiges Kopfzerbrechen. Denn in Naumburg gibt es inzwischen nicht mehr genügend Messdiener, um alle Posten bei den kirchlichen Umzügen zu besetzen. Improvisation ist deshalb gefragt und manchmal auch Überredungskunst, damit das gewohnte Bild mit Fahnen und Standarten nicht mangels Masse all zu dürftig ausfällt.

Lukas Schmandt organisiert die Naumburger Messdiener.

Exakt 17 Ministranten werden bei den Prozessionen zwischen Palmsonntag und dem Kirchweihfest benötigt, um gewohnt feierlich mit der Gemeinde aus der Kirche auszuziehen und über je nach Festtag unterschiedlichen Routen durch Stadt und Gemarkung zu ziehen. Inzwischen stehen aber laut Lukas Schmandt nur noch 15 Mädchen und Jungen für den Ministrantendienst zur Verfügung. 

Tendenz weiter sinkend

Üblicherweise steige man nach der Erstkommunion bei den Messdienern ein, also im Alter von acht oder neun Jahren. Aber die Zahl der Kommunionkinder ist rückläufig, das Interesse zudem nicht mehr so groß wie noch in der Vergangenheit. Dazu kommt Konkurrenz durch Sportvereine, die Veranstaltungen auch am Sonntagmorgen anbieten, aber auch die Naumburger Stadtkapelle, der einige der Messdiener angehören und Gottesdienste und Prozessionen begleiten.

Allerdings steigen die Messdiener heute auch früher wieder aus, sagt Schmandt, häufig schon mit 14 Jahren, direkt nach der Firmung. Er selbst ist da eine Ausnahme. Der 19-Jährige steht weiter regelmäßig am Altar und will den Dienst auch weiter leisten, sofern es sich mit seiner beruflichen Zukunft vereinbaren lässt. Und er wirbt auch engagiert für den Dienst am Altar, versucht Kinder und Jugendliche für das Ministrieren zu begeistern.

Der Erfolg ist bislang noch überschaubar, gerade für die als Nächstes anstehenden Hochfeste mit den großen Prozessionen wie am Pfingstmontag und dann auch Ende Mai am Fronleichnamstag. Deswegen versucht er jetzt, frühere Messdiener wieder für den aktiven Dienst zu rekrutieren.

Alter spielt keine Rolle

Ob Jugendliche oder Erwachsene – wer Interesse hat, möge sich bei ihm melden und könnte dann schon am Pfingstmontag beispielsweise als Träger des Kreuzes oder einer der Fahnen von der Kirche durchs Bodenfeld zum Kleinen Berg und über die Bahnhofsstraße zurück zur Kirche mitgehen.

Problemfall Prozession: Wie hier am Himmelfahrtstag werden insgesamt 17 Messdiener benötigt, mehr als inzwischen zur Verfügung stehen. Dann wird die Zahl der mitgeführten Fahnen reduziert.

Neue Wege gehen, um den Personalmangel bei den Messdienern aufzufangen hat sich in Naumburg bereits auf einem anderen Feld bewährt: beim Rasseln in den Straßen der Stadt an Karfreitag und Karsamstag. Seit Bestehen dieses Brauches ist das eine Domäne der Ministranten.

Allerdings gehörten der Truppe in früheren Zeiten in Naumburg 40 bis 50 Kinder und Jugendliche an. Inzwischen wird die geschrumpfte Messdienerriege von Geschwistern der Ministranten und evangelischen Kindern verstärkt.

Wer Interesse am Dienst als Ministrant hat, egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, meldet sich bei Lukas Schmand (Telefonnummer: 05625/300).

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