Allianz für die Altstadt

Naumburg erhalten und beleben: Info-Veranstaltung mit Beispielen aus Hann. Münden

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Gewachsene Struktur: So sah Naumburg in der Zeit zwischen den Weltkriegen aus. Seitdem wurden im Bereich der Altstadt 61 Gebäude abgerissen.

Naumburg. Bei den Bemühungen, die Naumburger Altstadt als historisches Kleinod zu erhalten, sie als attraktives, lebenswertes Quartier ins Gespräch zu bringen und eine stärkere Bindung der Naumburger an ihr geschichtsträchtiges Umfeld zu bewirken, zeichnet sich eine Allianz ab, die dazu neue Wege gehen möchte:

der Geschichtsverein, die noch junge Arbeitsgemeinschaft „Naumburg erhalten und beleben“ und nun auch die Stadt Naumburg selbst.

Gemeinsam wollen sie schaffen, was jeden einzelnen Akteur an seine Grenzen bringen oder gar überfordern würde. Als Vorbild könnte dabei das bürgerschaftliche Engagement zweier Gruppierungen aus Hann. Münden dienen. Dort hat sich vor fünf Jahren die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt eG gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, vom Verfall bedrohte historische Häuser in Eigenregie zu retten und zu sanieren. Die Beteiligten verbindet auch der Gedanke, etwas für die Attraktivität der Altstadt zu tun und die Innenstadt zu beleben. Die gleiche Motivation treibt auch die Mitglieder des eng mit der Genossenschaft kooperierenden Fördervereins Mündener Altstadt an.

Inzwischen haben Vorstandsmitglieder des Naumburger Geschichtsvereins und der Arbeitsgemeinschaft Kontakt mit der Mündener Genossenschaft und dem dortigen Förderverein aufgenommen, haben einen Ausflug in die Drei-Flüsse-Stadt unternommen und sich dort von den Vorstandsmitgliedern über deren Projekte informiert.

Die Konzepte fanden die Naumburger derart interessant und auch vorbildlich, dass sie mit den Mündener Akteuren vereinbarten, dass diese im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung, die am Dienstag, 18. September, um 18.30 Uhr im Naumburger Haus des Gastes stattfinden wird, ihre Arbeit vorstellen werden.

Intensiver Austausch

Die sich nun in Naumburg entwickelnden Aktivitäten gehen auf die Initiative des Naumburger Geschichtsvereins zurück, das vom Abriss bedrohte Haus Graf-Volkwin-Straße 5 zu retten. Im Zuge der Bemühungen, die unvermindert anhalten, gab es einen intensiven Austausch mit dem Magistrat, mit der Stadtverwaltung, auch die Bürgerschaft wurde mehrfach auf die Bedeutung des Erhaltes der Altstadt und des akut bedrohten Hauses hingewiesen.

Geschichtsvereinsvorsitzender Dr. Volker Knöppel sagt: „Die Leute müssen sehen, dass wir einen Schatz mit der Altstadt haben, den wir zu pflegen und zu schützen haben.“

In dieser grundsätzlichen Einschätzung sei man ja ganz dicht beieinander, bestätigt Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable (CDU). Und damit hatte man dann auch die Grundlage für eine künftige Zusammenarbeit. Für deren Erfolg bedürfe es aber zudem eines breiten bürgerschaftlichen Engagements, denn weder Stadt noch Geschichtsverein, auch nicht beide zusammen, ist man sich einig, könnten alle Aufgaben stemmen. Und die reichen von der Erstellung eines Kriterienkatalogs für unbedingt erhaltenswerte Häuser, über die Sanierung alter Bausubstanz bis hin zu Veranstaltungen, die die Quartiere beleben. „Es liegt bei den Bürgern selbst, die Zukunft der Stadt zu gestalten“, sagt Jens Bestmann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Naumburg erhalten und beleben“, der auch grundsätzlich die Stadtteile mit im Boot sieht. Nicht zuletzt auch deswegen, weil man dort, gerade was das Engagement der örtlichen Gemeinschaft angeht, schon deutlich weiter sei, als in der Naumburger Kernstadt.

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