Sanierung dauert wetterbedingt länger

Stillstand am Naumburger Freizeitteich

Nicht viel übrig vom alten Glanz: Der Freizeitteich liegt nach dem Ausheben der Schlammschicht brach und wartet darauf, dass die Uferbefestigung erneuert wird. In der Mitte hat sich Regenwasser gesammelt. Foto: Norbert Müller

Da liegt er nun, der Naumburger Freizeitteich. Gleicht eher einer verwahrlosten Baugrube als einem beliebten Ziel von Joggern, Kindern, Spaziergängern jeden Alters aus der Kernstadt. Flatterband sperrt das Ufer ab, auf ausgebaggertem Grund hat sich Regenwasser gesammelt. Von einer Frischekur für den idyllischen Teich war die Rede, als Ende 2018 das Wasser abgelassen wurde. Und so mancher, den es nach wie vor zur Baustelle gegenüber der Teichmühle an der Fritzlarer Straße zieht, fragt sich, woran es liegt, dass es hier nicht weitergeht.

„Die Witterung hat uns im vergangenen Jahr und auch in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable (CDU). Ihm wäre es auch lieber, wenn der Fahrplan für den Teich, der eine Befüllung nach erfolgter Runderneuerung für dieses Frühjahr vorsah, einzuhalten gewesen wäre. Aber während die Sommer zu trocken sind, gestalten sich die Winter zunehmend mild und nass. Die Folge: Mit schwerem Gerät wäre der Rand des Teichs, beziehungsweise der Weg rund ums Gewässer kaum befahrbar, ohne größere Schäden anzurichten. Ohne Bagger geht es aber nicht.

Dabei lief alles so gut an. Nachdem der Entschluss gefasst war, den Anfang der 1980er-Jahre angelegten Freizeitteich zu sanieren, dabei vor allem die über die Jahrzehnte stark angewachsene Sedimentschicht am Boden zu entfernen, um die ursprüngliche Wassertiefe wieder herzustellen, lief zunächst alles nach Plan.

Der Sommer 2019 war trocken und warm, sodass – wie vorgesehen – die Schlammschicht bis zum Herbst eintrocknete und die abzufahrende Menge sich von fast 2000 Kubikmeter auf deutlich unter 1000 Kubikmeter reduzierte. Der nährstoffreiche Boden wurde von Landwirten zur Verbesserung ihrer Äcker abgenommen.

Im Winter sollte dann auf gefrorenem Boden das Ufer neu gestaltet werden. Die alten Palisaden am Rand sollten durch Wasserbausteine ersetzt, der Teichgrund entsprechend den Anregungen durch den Angelsportverein, dem Pächter des Teichs, modelliert werden. Aber seither ist wetterbedingt Stillstand angesagt.

Den Zeitplan habe man inzwischen angepasst, sagt Bürgermeister Hable. Wenn der Außenbereich abgetrocknet ist, gehe es weiter.

Nach den Erfahrungen in Neukirchen, wo 2016 drei Kinder im Dorfteich ertranken und der Bürgermeister in erster Instanz dafür mitverantwortlich gemacht wurde, hat man aber noch mehr als nur den zeitlichen Rahmen angepasst. Um die Sicherheit zu erhöhen, wird der Steg im Eingangsbereich verschwinden und das Ufer in allen Bereichen abgeflacht.

50 000 Euro hat die Stadt für die Teichsanierung zur Verfügung gestellt, weniger als die Hälfte, so Hable, sei bislang verbraucht. Sofern das Wetter mitspielt, sagt er, „werden wir mit den Arbeiten auch fertig in diesem Jahr. Das Ziel ist jetzt, dass der Teich im März/April 2021 wieder komplett ist.“

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