Naumburger Grundschüler proben für Auftritt im Dock 4 in Kassel

Filligrane Bewegungen: (von links) Maya, Hannah, Janika (alle zehn Jahre), Simon und Clarissa (beide 9) haben mit verschiedenen Körperteilen wie Nase, Fuß und Schulter ihren Namen und ihr Gesicht auf Papier gemalt. Die dabei entstandenen Bewegungen haben die Grundschüler auf ihren Tanz übertragen und umgesetzt. Choreografin Evelin Stadler hat die dabei unterstützt. Foto: Uminski

Naumburg/Kassel. Mal bewegen sich die Grundschüler wie Katzen durch die Turnhalle der Elbetalschule in Naumburg, mal springen sie in die Luft und schlagen mit ihren Armen um sich.

Nur schwer lässt sich der Tanzstil in ein Genre pressen. Viel mehr ist es ein Sammelsurium aus verschiedenen Tanzrichtungen, kombiniert mit eigenen Ideen der Kinder. Symptoms and Side Effects - Symptome und ihre Nebenwirkungen - so heißt das neue Tanzstück der Südtirolerin Evelin Stadler, die mit Grundschülern der Elbetalschule in Naumburg und der Louise-Schröder-Schule in Niedenstein am Samstag, 10. Januar, in der Halle des Kulturhauses Dock 4 in Kassel auftritt.

Die zehnjährige Hannah aus Naumburg tanzt seit drei Jahren in der Tanz-AG von Evelin Stadler. Für die Grundschülerin ist das Tanztheater eine ganz neue Erfahrung. „Ich finde es sehr gut, weil wir barfuß tanzen.“ Auch die zehnjährige Janika aus Naumburg tanzt seit drei Jahren in der Tanz-AG mit. „Es macht mir Spaß, vor Publikum zu tanzen.“

Simon aus Niedenstein hat seine Klassenkameradinnen Clarissa und Maya für das Stück seiner Mutter begeistern können. Als einziger Junge in der Gruppe habe es der Neunjährige nicht immer leicht. „Ich werde manchmal von den Mädels angezickt.“ Die Südtiroler Choreografin Evelin Stadler beschäftigte sich über einem Jahr mit dem Tanzstück. Persönliche Beweggründe haben die 39-Jährige auf die Idee für das Konzept gebracht. „Ich habe viel solistisch gearbeitet - da besteht die Gefahr, dass man sich wiederholt.“

Diesen Aspekt wollte die Südtirolerin hervorheben. „Die Zuschauer sehen neun Mal dasselbe in unterschiedlichen Rahmenbedingungen.“ Der Tanz wird anhand der Videoinstallation, der Musik und des Lichtes gefiltert und gibt den Zuschauern die Möglichkeit, das Gesehene immer wieder neu zu entdecken, so Stadler. Die Kinder tanzen beim Auftritt hinter einer Leinwand. Dabei hören die Grundschüler über Kopfhörer eine andere Musik, als das Publikum im Raum. Evelin Stadler tanzt vor der Videoleinwand, hinter der die Kinder zu sehen sind. Für die Choreografin sind alle Tänzer auf der Bühne gleichwertig.

Die 39-Jährige betont, dass das Stück kein Tanztheater für Kinder sei. „Die Mittänzer sind eben nur klein und jung.“ Anderen Künstlern räume sie genügend Raum ein, um ihr Konzept entwickeln zu können.

Symptoms and Side Effects ist ein internationales Tanztheaterstück, an dem verschiedene Künstler beteiligt sind. Die Aufführungen finden am 10., 16. und 17. Januar jeweils ab 19 Uhr in der Halle des Kulturhauses Dock 4 in Kassel statt.

Infos und Tickets unter www.dock4.de

Von Johanna Uminski

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